Politisch-ökologisches Tagebuch

20. Juli

aus "Blätter für deutsche und internationale Politik":

Europa, so zeigt sich, ist bei der Atomenergie stark auf Russland und dessen engste Verbündete angewiesen. „Wir sind bei den Kernkraftwerken und bei der Nukleartechnologie eigentlich noch stärker abhängig von Russland als bei Gas oder bei Öl“, urteilt Anke Herold, wissenschaftliche Geschäftsführerin des Öko-Instituts

 

19. Juli

Diese Hitzewellen werden sich fortsetzen - mindestens bis 2060.

 

 

11. Juli

Der Tag, an dem Gazprom die Lieferung abstellt (wegen Wartung ...).

Hier zur Frage des Atomstroms und des Weiterlaufens der Atomwerke Deutschlands ("vorurteilsfrei", wie Lindner fordert).

"Seit Jahresbeginn bezieht Frankreich nahezu täglich Strom aus Deutschland in einer Größenordnung von bis 100 Gigawattstunden. Das entspricht der Leistung von drei konventionellen oder nuklearen Großkraftwerken. Rechnerisch laufen die drei letzten deutschen Atomkraftwerke also nur noch für den Stromexport ins Atomland Frankreich."

guckst Du hier.

 

26. Juni

Es ist länger her, ich weiß. Habe mich um russische und ukrainische Geschichte gekümmert und bin wieder dabei, Digitalisierung versuchen zu verstehen. Aber nach dem Motto von HEIDEGGER: wenn man wissen will, was die Technik bedeutet, dann darf man nicht die Techniker fragen.

Anlass aber meines heutigen Geschreibsels ist die zunehmende, bzw. wieder erwachte Sorge um ein zerfallendes Land. die USA.

Man schau sich das an:

Jordan Klepper Shows Trump Supporters January 6th Hearing Clips | The Daily Show

 

für Kenner aber dies zur Ermutigung:

Springsteen für John Steward

 

 

25. Mai

Thomas Assheuer in der neuen ZEIT:

"Die pla­ne­ta­ri­sche Be­dro­hung trifft al­le. War die Na­tur bis­lang stets nur Ob­jekt, so ist es nun um­ge­kehrt. Jetzt zwingt sie die Staa­ten zum Han­deln, und das ist ei­ne Poin­te der be­son­de­ren Art. Aus­ge­rech­net die über­hitz­te, über­nutz­te, ver­müll­te und ver­ge­wal­tig­te Na­tur zi­vi­li­siert die Zi­vi­li­sa­ti­on. So­eben zwang das Co­ro­na­vi­rus die Wis­sen­schaft, ein Wun­der zu voll­brin­gen und über Nacht ei­nen Impf­stoff zur Ret­tung der Art zu ent­wi­ckeln (man hät­te ihn nur ge­recht mit der Welt tei­len müs­sen). Al­les zu kom­plex? Die­se Aus­re­de gilt nicht. Der Mensch, wuss­te Kant, »muss so ver­fah­ren, als ob al­les auf ihn an­kom­me«. Er muss das Un­er­reich­ba­re ver­su­chen, um das Un­vor­stell­ba­re zu ver­hin­dern."

 

16. Mai

Ein sehr nachdenkenswerter Kommentar zur Wahl NRW, Zeitenwende und FDP von Bernd Ulrich (der ist immer lesenswert). Auszug:

"Wir erleben also nicht nur die Rückkehr des Staats, der jetzt die Folgen einer rücksichtslosen und materialistisch verengten Anwendung individueller Freiheit reparieren muss. Wir erleben auch eine tiefe Krise des überkommenen Wachstums- und Wohlstandsmodells, mit der Folge, dass bei knapper werdenden Ressourcen über Umverteilung geredet werden muss."

 

15. Mai

Wahl in NRW. Eine Wahlbeteiligung von nur 56% - und das in diesen Zeiten. Das ist nicht gut für unser Land - egal, wer regieren wird.

 

14. Mai

Da Russland den Weizenexport der Ukraine verhindert, gibt es zwei Effekte:

1. der Weizenpreis steigt - die russichen Exporte erzielen hohe Einnahmen

2. Schätzungen rechnen mit 50 Milinen Hungertote weltweit, v.a. Afrika.

Es ist tatsächlich Völkermord, was die "Russische Welt" anrichtet.

 

6. Mai

Es wird Zeit. wieder etwas zu schreiben. Bin ganz ertrunken in Russland-Lektüre. Für heute imerhin so viel: Ich bin für Waffenlieferungen. Und ich fände es gut - sogar sehr gut -, wenn Steinmeier und Scholz am 9. Mai nach Kiew reisen würden. Das wäre ein sehr starkes Signal.

 

Und dass Melnyk nicht vom Auswärtigen Amt empfangen wird, ist auch ein Signal. Vielleicht sollte man den Botschafter auswechseln? Er kam ja auch von aanderswo Interviews geben und Tweets posten ....

 

Momentan lese ich Manfred Quiring, Putins russische Welt - wie der Kreml Europa spaltet - ich würde es nicht erwähenn, wenn ich es nicht empfehlen.würde. Geschrieben 2017.

 

 

10. April

Ein wesentliches Kennzeichen des Faschismus ist, dass das Individumm, der Einzelne, wenig oder nichts zählt. Wichtig ist allein das Volk. Der Volkskörper. Putin kann Vernichtung zulassen, weol er ein Faschist ist. "Die" Ukrainer, so seine Ideologen, sind entweder auf unserer Seite oder alle Nazis (so Timofei Sergeitsev in der halbamtlichen Kreml-Zeitung „Ria Novosti“ vgl Eintrag vom 6. April)..

Der ukrainische Botschafter Melnyk hat der FAZ ein interview gegeben, in dem er sich als Spiegelbild  offenbart. Er hatte ja den Besuch eines von Steinmeier veranstalteten Friedenskonzerts sehr harsch verweigert, weil dort russische Künstler aufgetreten sind (zB. der wunderbare Pianist Evgenij Kissin, der sich vom ersten Tag an gegen den Krieg Putins gestellt hatte). "Ich sage es ganz klar: Russland ist ein Feindstaat für uns. Und alle Russen sind Feinde für die Ukraine im Moment." - das ist, Herr Botschafter, völkisches Denken.

 

6. April

Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, dass es sinnvoll sein könnte, wenn die Ukraine sich ergibt. Ich bin dabei, diese Position zu ändern. Es sieht so aus, als sei der Faschismus, der zur Zeit in Russland an der Macht ist, tödlich. Er kann nicht ertragen, dass eine Bevölkerung pluralistisch, autonom und divers ist. Wenn die Ukrainer nicht dem Bild entsprechen, das sich Putin und seine Ideologen von ihnen machen, dann müssen sie entweder sterben oder "umerzogen" werden: in Gulags oder KZs. Das bedeutet, dass wir es mit der Wiederkehr einer Weltsicht zu tun bekommen haben, die wir glaubten, dass sie die Welt hinter sich gelassen hat. Dazu folgender Ausschnitt aus der Süddeutschen Zeitung:

 

"Sergejzew schreibt, in der Ukraine gelte die Unterscheidung "Das Volk ist gut - die Regierung ist schlecht" nicht mehr. Die "Nazifizierung" der Ukraine sei so weit fortgeschritten, dass auch die Durchschnittsbürger dort "am Völkermord am russischen Volk und an der Missachtung der Gesetze und Gebräuche des Krieges" beteiligt gewesen seien. Wer zur Waffe gegriffen habe, müsse "vernichtet werden", alle anderen müssten umerzogen werden. Die Bevölkerung müsse den Krieg ertragen. Das sei ein langer Prozess: "Der Zeitrahmen für die Entnazifizierung kann auf keinen Fall kürzer sein als eine Generation." Man müsse die "Nazi-Ukraine entnazifieren" und für mindestens 25 Jahre die Strukturen dafür schaffen. Das "befreite Gebiet" dürfe in Zukunft auch nicht Ukraine heißen.

Nun ist Timofej Sergejzew keine sonderlich prominente Figur. Er selbst bezeichnet sich als Philosophen und war wohl Berater des russlandtreuen ehemaligen Präsidenten der Ukraine, Wiktor Janukowytsch. Das sei aber nicht entscheidend, sagt Finkel. "Es geht nicht darum, wer das geschrieben hat, sondern wo das veröffentlicht wurde. Im offiziellen staatlichen Medium. Das geschieht nicht ohne Genehmigung von ganz oben."

 

...Rhetorik des Völkermordes

 

 

 

4. April

Seit Wochen lese ich über die Geschichte Russlands in den letzten 30 Jahren, nicht zuletzt Studien zum Werdegang Putins und vor allem über den geistigen Hintergrund der jetzigen Elite Russlands. Was sich da auftut, ist ein strenggläubiger Faschismus: offen ausgesprochen, seit langem vorhanden, vorgedacht seit Jahrzehnten und durchgezogen jetzt. Eine völlig andere Welt, tief religiös, alles opfernd und mordend.

Wir stehen staunend davor - wie unser Bundespräsident, der es so sagt:

„Meine Einschätzung war, dass Wladimir Putin nicht den kompletten wirtschaftlichen, politischen und moralischen Ruin seines Landes für seinen imperialen Wahn in Kauf nehmen würde. Da habe ich mich, wie andere auch, geirrt.“

Hätte man es wissen können? Ja - als Religionswissenschaftler und als Geschichtsphilosoph.

Hätte man es wissen müssen? Als "Realpolitiker"? Ich weiß nicht....

 

Endlich zum unsäglichen Botschafter Melnyk:

freitag

In Artikel 41 des Wiener Übereinkommens vom 18. April 1961 über diplomatische Beziehungen heißt es über akkreditierte Diplomaten, sie seien „verpflichtet, Gesetze und andere Rechtsvorschriften des Empfangsstaats zu beachten. Sie sind ferner verpflichtet, sich nicht in dessen innere Angelegenheiten einzumischen“ ...

schickt den Typen nach Hause

 

 

28. März

Ich habe ein paar Tage nichts gechrieben, weil ich mich in das Buch von Timothy Snyder aus dem Jahre 2018 vertieft habe. Es ist bestürzend. Denn dort wird die Welt Putins beschrieben: Eine Welt, die zurückreicht in die Ideologie der Faschisten der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Es ist kaum zu glauben, dass das Buch bereits vier Jahre alt ist, es könnte ein Kommentar zur Gegenwart sein.

Zwei sehr unangenehme Erkenntnisse:

1. Unsere politisch Verantwortlichen haben geschlafen. Sehr tief. Taub und blind waren sie. Es lag und liegt alles auf dem Tisch.

2. Ich sehe keinen Ausweg. Putin und die Seinen sind gefangen in ihrer Gedankenwelt. Sie besteht aus einer Idee der Erwähltheit des russischen Volkes, das in seiner ewigen Tiefe die wahre Alternative zur westlichen Welt darstellt. Der Westen kann tun und machnen, was er will: er ist und bleibt das böse Prinzip, das Wahrheit und Tiefe und Erlösung bekämpft..

Ja- es es geht um  ein Art Religion, die die Sicht der russischen Elite bestimmt. Ein religiöser Faschismus.

Und ganz ohne deren monströse Geschichtsphilisophe: Putin hat Russland an die Wand gefahren, u.zw. politisch, wirtschaftlich und militärisch.

Letzteres mag überraschen, denn Russland besitzt ja Atomwaffen. Das mag sein. Aber mit Atomwaffen kann man eben nicht gewinnen, nur zerstören.

Ich sehe keine Lösung.

20. März

Aaah - ich liebe die Menschen (sagt Mephisto).

Es ist noch nicht lange her, da hieß es: "2015 darf sich nicht wiederholen." Das war im vergangenen Sommer, als die Taliban nach 20 Jahren wieder in die afghanische Hauptstadt Kabul einmarschierten. Die Bilder, wie Afghanen sich an startende Flugzeuge klammerten und wenige Minuten später wie schwarze Punkte vom Himmel fielen, schockierten Menschen weltweit. Doch es dauerte nicht lange und die globale Empathie schwand, während führende deutsche Politiker mitten im Bundestagswahlkampf vor einer neuen Flüchtlingsbewegung warnten - und das, obwohl die meisten Afghanen im Land festsaßen. Widerstand kam nicht nur von AfD-Funktionären, sondern auch von CDU-Spitzenpolitikern wie dem damaligen Kanzlerkandidaten Armin Laschet oder Julia Klöckner.

sz

18. März

Ich hab selten eine so gute Rede gehört. Hut ab, Arnold Schwarzenegger. Das gehört in den Englisch-Unterricht.

 

17. März

das empfehle ich zu gucken - Ulrike Herrmann über Oligarchen. Gespräch mit Becker vom 8.03.

you have to look

13. März

Man mag sich nicht vorstellen, was wäre, wenn Trump noch Präsident der USA wäre. Wir können nicht dankbar genug sein, dass es Biden ist. Bei aller Skepsis auch gegenüber der ukrainischen Verantwortlichen - es ist klar, das Putin hier etwas vollzieht, was sich seit 14 Jahren anbahnt: Eine neue Welt. Eine Welt, die sich im kranken Hirn eines Autokraten gebildet hat. Der Westen , der sich gut auf Geld versteht, hat das nicht kommen sehen.

 

 

 

Rassismus und Dummheit - never ending. Nur zum Kotzen.

Bundeskriminalamt: Anfeindungen gegen Menschen aus Russland nehmen zu

 

Russischstämmige Menschen in Deutschland werden laut einem Bericht seit Beginn des Krieges angefeindet und bedroht. Das BKA zählt 318 strafrechtlich relevante Ereignisse.

 

Statt Klopapier - mal was anderes:

Krieg gegen Ukraine: Deutsche hamstern Speiseöl – Discounter rationieren offenbar Verkauf

 

 

12. März

Ich kann es nicht mehr hören. Als ob die Ukraine eine Chance hätte. Sie haben gezeigt, was sie können und die russische Armee blamiert. Gut. Aber es reicht. Was sie jetzt noch erreichen, ist Tod und Zerstörung. Tod von Menschen und Zerstörung von Infrastruktur, Gerät und Städten. Die Aussaat von Weizen fällt aus - mit schlimmen Folgen für Länder in Afrika, die den Weizenimport (Raps und Sonnenblumen nicht zu vergessen) aus der Ukraine brauchen.

Seid Ihr alle verrückt?

Statt über Waffenlieferungen, MIGs, NATO-Aufnahme zu schwätzen, denkt an die Menschen, die nicht der Meinung sind, dass es "süß und ehrenhaft" (Horaz) ist, für das Vaterland zu sterben. Hier gilt der Satz von C.S.Lewis: "Ein hartes Herz ist kein Schutz vor einem weichen Hirn."

Putin hat den Krieg doch schon verloren, weil er jede Sympathie verloren hat, gerade auch der Ukrainer. Die Katatsrophe für Putin ist doch schon da, und sie ist eine andere als eine militärische!!!

Für Beobachter (Zuschauer!!) ist es natürlich spannend, was die russische Armee so leisten kann (und eben nicht) ... - aber verdammt noch mal. Legt die Waffen nieder.

Es gibt so etwas wie zivilen Ungehorsam nach dem Krieg. Und da werden eben nicht Krankenhäuser bombardiert.

Die Opfer und das Leiden, Flucht oder Tod sind das Einzige, was die Menschen in den belagerten Städten mit Sicherheit erreichen werden. Sie haben faktisch nur die Wahl zwischen einer russischen Besatzung in einer halbwegs noch intakten oder weitgehend zerstörten Stadt.

Norman Paech

 

9. März

Erschütternd:

"Zwischen SPD und Union gab es hier keinen nennenswerten Unterschied. Es stimmt, dass der frühere SPD-Außenminister Heiko Maas jede Abhängigkeit in Abrede gestellt hat, die SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, als Vorposten von Gazprom agierte und auch Scholz noch als Kanzler Nord Stream 2 als harmloses Wirtschaftsprojekt hinstellen wollte. Als Kanzlerin gegen alle Widerstände vorangetrieben aber hat die Pipeline Angela Merkel. Gegen die von der EU ausgerufene Politik der Diversifizierung leistete sie anhaltenden Widerstand. In Brüssel ließ sie mit harten Bandagen kämpfen, um Widerstand östlicher EU-Staaten gegen das Vorhaben zu brechen."

sz

Diese Bilder muss man gesehen haben.

sz

8. März

Etwas, das man lesen sollte:

Der russische Faschist Alexander Dugin: Der Philosoph hinter Putin

taz

 

 

Sie machen tatsächlich das, was sie auch in Syrien gemacht haben.

Was macht der, der die Sache an die Wand fährt? Selbst wenn Putin die Schlacht gewinnt, wird er den Krieg verlieren. aber sogar dies steht in Frage.

++ 14.50 Uhr: Das ukrainische Verteidigungsministerium hat Tonbandaufnahmen veröffentlicht, die angeblich aus einem Gespräch von Offizieren des russischen Geheimdienstes FSB stammen. Das internationale Recherchenetzwerk Bellingcat hat die Echtheit der Aufnahmen bestätigt. Die beiden Beamten sollen in dem Gespräch über die Ermordung des russischen Generals Vitaliy Gerasimov gesprochen haben. Er ist bereits der zweite General Russlands, der im Ukraine-Krieg innerhalb einer Woche zu Tode kommt.

In dem abgefangenen Telefonat informiert der eine FSB-Mitarbeiter den anderen über den Tod des Generals. Beide beschweren sich darüber, dass Russland scheinbar nicht in der Lage ist, selbst hochrangige Militärvertreter zu schützen. Auch die Kommunikation sei alles andere als sicher. „Unser General ist tot, unsere Funkgeräte kaputt“, soll einer der Beiden laut dem US-Nachrichtenportal Daily Beast zu seinem Kollegen gesagt haben.

 

 

 

Übrigens - weil die Welt ja eh verrückt ist:

In Deutschland ist der Anteil positiver PCR-Tests in der vergangenen Woche deutlich angestiegen. Mehr als die Hälfte aller untersuchten PCR-Tests waren positiv. Das ergab die Auswertung des Laborverbands ALM, deren Labore etwa 90 Prozent aller in Deutschland durchgeführten PCR-Tests untersuchen.

51,9 Prozent der untersuchten Tests waren positiv, teilte der Verband mit. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie. Im Vergleich zur Vorwoche steig damit der Anteil positiver Tests um 6 Prozent.

RND

 

7. März

Was meinte Luther mit dem Apfelbaum?

Gottfried Benn  – 

 

Was meinte Luther mit dem Apfelbaum?

Mir ist es gleich – auch Untergang ist Traum

ich stehe hier in meinem Apfelgarten

und kann den Untergang getrost erwarten

 

ich bin in Gott, der ausserhalb der Welt

 noch manchen Trumpf in seinem Skatblatt hält

wenn morgen früh die Welt zu Bruche geht,

 ich bleibe ewig sein und sternestet 

 

meint er das, der alte Biedermann

und blickt noch einmal seine Käte an ?

 

und trinkt noch einmal einen Humpen Bier

und schläft, bis es beginnt – frühmorgens vier?

 

Dann war er wirklich ein sehr großer Mann,

den man auch heute nur bewundern kann.

 

 

Bevor es vergessn geht: Der Bericht des WELTKLIMARATES

 

6. März

Was gar nicht zur Gesamtstimmung passt: meine Kritik an ukrainischem Verhalten. Ich denke, die Ukraine müsste kapitulieren, anstatt "Fremdenlegionäre" anzuheuern, einen "Volkssturm" aufzustellen und von der NATO zu verlangen,  in einen Weltkrieg einzutreten.

Warum?


1. Die Rekrutierung von ausländischen "Fremdenlegionären" und ukrainischen Zivilsten verwischt den Unterschied von Soldat und Zivilist. Das bedeutet Eskalation der Gewalt (vgl. Vorgehen der Wehrmacht in Ukraine, Griechenland, Italien, Frankreich etc., vgl. aber auch Vietnam).
2. Der Krieg ist nicht zu gewinnen. Die weitere Teilnahme der Ukraine bedeutet angesichts des Vorgehens der russischen Militärführung Tod und Vernichtung. Tod der Zivilbevölkerung und Vernichtung von Infrastruktur, Versorgung, Industriegebäude, Landwirtschaft. Die ukrainische Armee kann die Bevölkerung nicht schützen, sondern erhöht deren Risiko. Damit fällt ein wesentlicher guter Grund für kriegerische Handlungen weg.
3. Der Krieg ist nicht zu gewinnen - deshalb will die Ukraine ihn erweitern. Die Forderung nach „Flugverbotszonen“ ist mörderisch. Das würde den Einsatz der NATO-Luftwaffe gegen russische Flugzeuge bedeuten - m.a.W.: den Eintritt in einen europäischen Krieg, der durch die Teilnahme der USA zu einem Weltkrieg ausarten müsste. Die ukrainische Führung erhebt moralisch eingefärbte Vorwürfe gegen die NATO. Fordert schweres Gerät, modernste Luftabwehr - wozu man geschult werden müsste. Das ist Unsinn und realitätsfern.

Statt weiter auf Eskalation und Ausweitung des Krieges zu setzen, sollte die Ukraine ehrenhaft kapitulieren (man könnte eine Exilregierung in Berlin installieren) und auf zivilen Ungehorsam setzen. Gandhi hat damit Indien befreit. Putin wird sich an der Ukraine verschlucken, Soldaten werden zu Hause erzählen, dass sie nicht als Befreier empfangen worden sind. Das Lügenmärchen würde platzen, die Sanktionen greifen und das einzige Subjekt, das Putin stoppen kann, würde aufwachen: die russische Bevölkerung.

 

5. März

4. März

Klar, Männer sind im Schnitt körperlich stärker als Frauen, aber dieser Unterschied ist beim Wrestling oder beim Tragen von Umzugskartons relevant. Während eines Bombenangriffs oder wenn ein Panzer heranrollt, ist er komplett bedeutungslos....

So bemängelte der frühere deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse am Montag im sicheren Hart aber fair-Fernsehstudio an den Geflüchteten, die 2015 nach Deutschland kamen, dass damals viele junge Männer dabei gewesen seien: "Wehrfähige, starke Männer, wenn Sie so wollen, die eigentlich ihr Land verteidigen sollten", kritisierte Domröse. In der Ukraine 2022 dagegen scheint für ihn, wenn nicht die Welt, dann doch zumindest das Geschlechterverhältnis noch in Ordnung zu sein: "Die Ukrainer bleiben zu Hause, um ihr Land zu verteidigen, so gut sie können", lobte er. "Die Frauen, Mütter und Kinder gehen." 

 

Es sind gruselige Männer- und Frauenbilder, die sich in einer solchen Aussage fortschreiben: Nur ein kämpfender Mann ist demnach ein guter Mann. Er ist bereit, für die Nation zu sterben. Seine gute Frau ist die schützenswerte Gebärmaschine, die neue Kämpfer und Gebärmaschinen für die Nation zu produzieren hat – und deshalb überleben soll. Das klingt gestrig. ...

Die Vorstellung des wehrhaften Mannes, der als Soldat sein Land verteidigt, kommt aus einer völkischen Ecke.

ZEIT

Satire mit P.:

Präsident Wladimir Putin hat den Nachbarstaaten den guten Willen Russlands versichert und zum Verzicht auf Sanktionen aufgerufen. "Da sind keine bösen Absichten gegenüber unseren Nachbarn", sagte er am Freitag in einer Fernseh-Übertragung.

2. März

Auch wenn es die traurige Partei Die Linke noch nicht begriffen hat: Putins Ideen sind gesichert rechtsradikal. Doch zugleich sind sie Produkte des von ihm verachteten europäischen Geistes, sie sind die diskursive Hinterlassenschaft einer jahrhundertelangen Auseinandersetzung der gewalttätigen Moderne mit sich selbst. Dugin bewundert Hitlers Kronjuristen Carl Schmitt, ebenso Julius Evola, die Ikone der italienischen Rechten. Evola wiederum wird von Steve Bannon gefeiert, dem ehemaligen Sicherheitsberater von Donald Trump, ebenfalls ein Putin-Fan.

Thomas Assheuer, ZEIT

 

Menschen offenbaren sich:

1. März

Das Vorgehen der russischen Verbände: Erst schwach, dann brutal - vermuten immer mehr Experten. Besonders scheußlich:

 

"Die größte Bedrohung für die Bevölkerung Kiews liegt im Einsatz von „Putins Höllensonne“, dem russischen System Tos 1, einem Mehrfachraketenwerfer, der auf einen Panzer montiert ist. Mit einer ersten Detonation wird eine brennbare Aerosolwolke erzeugt, die dann mit einer nachfolgenden Zündung zur Explosion gebracht wird. Im Zentrum der betroffenen Zone ist die Hitze so enorm, dass Menschen verdampfen, ringsum schiebt eine Druckwelle alles weg, was sich über dem Erdboden befinde. Kurz danach entsteht ein massiver Unterdruck, der die Lungen zerstört, so ersticken sogar Menschen, die bereits in einen Keller geflohen sind."

rnz

Das wurde bereits in Aleppo geübt: eine bombardierte Schule
Das wurde bereits in Aleppo geübt: eine bombardierte Schule

27. Februar

Es sieht gar nicht gut aus für Putin. Ich denke, er fährt die Sache an die Wand. Weder seine Vision noch sein Kalkül gehen auf. Das ist gefährlich. Gerade das. Er bewirkt das Gegenteil, was er wollen kann (Zusammenhalt des Westens, Westorientierung Ukraines, Stärkung der Zivilgesellschaft, Cyberangriff gegen Russlands Infrastruktur. Schweigen der Outinversteher wie Wagenknecht - die USA konzentrieren sich auf Europa... und Trump wird nicht mehr wiederr Präsident).

Noch nicht einal militärisch scheint es zu klappen. Zuhause werden die Menschen erkennen, was los ist. Weltweit wird er blamiert. Keiner will mit einem Russland unter seiner Führung etwas zu tun haben.

"Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt." Das heißt: Es trifft ihn.


Scholz hält eine gute Rede. Vermutlich historisch. Hier der Wortlaut.

Ach übrigens. So ne Nebensache. Da geht es nur um Anstand oder so. Ansonsten kann man den Typen in der Pfeife rauchen.

Die SPD-Spitze drängt den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, seine Posten in russischen Unternehmen abzugeben. "Rosneft und Gazprom sind nun Infrastruktur eines blutigen Angriffskrieges", twitterte SPD-Co-Chefin Saskia Esken am Wochenende mit Blick auf die Aufsichtratsmandate von Schröder. "Mit seinen dortigen Mandaten schadet Gerhard Schröder dem Ansehen Deutschlands und der Sozialdemokratie. Geschäfte mit einem Kriegstreiber sind mit der Rolle eines Altkanzlers unvereinbar."

Friedensdemo heute Berlin
Friedensdemo heute Berlin

26. Februar

Russische Politiker rechtfertigen den Aufmarsch an der ukrainischen Grenze mit der Nato-Osterweiterung. Über eine der politisch wohl folgenreichste Legenden. Sehr wichtig! Gerade für (bisherige) Putinversteher.

ZEIT

 

Ach ja. Londongrad

"Tatsächlich liegt auch mehr als die Hälfte des Vermögens der reichsten Russen gar nicht in Russland, errechnete der Ökonom Gabriel Zucman 2018. Viele der Oligarchen leben im Nahen Osten oder in Westeuropa. Der bekannteste dürfte Abramowitsch sein, der Besitzer der „Eclipse“. Er hat sich wie viele weitere Oligarchen in London niedergelassen. Neben der russischen besitzt er die israelische und seit wenigen Wochen auch die portugiesische Staatsbürgerschaft. Sein Visum in England wurde im Zuge der Skripal-Affäre annulliert, weshalb er mit einem russischen Pass nicht in London hätte leben dürfen. Die Stadt wird auch „Moskau an der Themse“ oder „Londongrad“ genannt, denn sie ist bekannt dafür, viele russische Oligarchen zu beherbergen. Neben Abramowitsch verbringen beispielsweise auch die Oligarchen Alexej Mordaschow und Michail Fridman viel Zeit in England.

 

Roman Borisovich, ein russischer Politaktivist, der selbst in London lebt, sagte dem Deutschlandfunk, dass London „der korrupteste Ort der Welt“ sei. „Nirgendwo ist die Konzentration an schmutzigem Geld pro Quadratmeter so hoch wie hier.“ Der Labour-Abgeordnete und außenpolitische Sprecher der Partei David Lammy formulierte es vor wenigen Tagen in einer Pressekonferenz ähnlich: „London droht, zum Waschsalon der Welt für schmutziges Geld zu werden.“ Die Regularien in London seien zu lasch, sagt Borisovich: „Geld fließt aus fremden Ländern nach London und niemand stellt Fragen.“

capital

 

 

25. Februar

Stimmen aus der Bevölkerung in Russland - hier: Wissenschaft und Kultur

"Viele von uns haben Verwandte, Freunde und Kollegen, die in der Ukraine leben", schrieben russische Wissenschaftler in einer Erklärung im Netz, mehr als 370 haben bereits unterschrieben. Sie verdammen den Krieg, für den es "keine rationalen Rechtfertigungen" gebe. Es gibt mehrere solch offener Briefe, oft sind es Journalisten, Kulturschaffende, Menschenrechtler, Auslandsexperten, die sich im Netz äußern."

sz

 

Vor allem müssen sich EU- und Nato-Staaten bewusst werden, dass sie längst Teil russischer Kriegsführung sind: Im militärischen Denken Russlands werden moderne Kriege nicht mehr formal erklärt. Vielmehr stellen sie sich als Realität ein und werden auch mit nichtmilitärischen Mitteln geführt. Desinformation ist fester Bestandteil eines »mentalen Krieges«, in dem die Deutungshoheit über den Konflikt gewonnen werden soll. Parallel sind neben Cyberangriffen eine Ausweitung von Subversion und nachrichtendienstlichen Aktivitäten zu erwarten.

SWP

24. Februar

Mit dem heutigen Tag hat sich unsere Welt verändert. Die Folgen sind nicht absehbar.

Putin hat die ganze Zeit gelogen und nichts anderes im Schild geführt.

 

Kluges Interview mit dem Militärexperten Carlo Masala, Bundeswehrakademie

 

"Was die Effekte von wirtschaftlichen Sanktionen anbetrifft, so ist das Problem, dass wir hier immer unsere eigenen Bevölkerungen und deren Konsumerwartungen zugrunde legen und keine Vorstellung davon haben, wie durchhaltefähig die Russen da vermutlich sein werden. Deswegen hat man mit den Sanktionen zunächst vor allem auf die Oligarchen und Putins Gewährsleute abgezielt und gehofft, dass diese eine Rebellion anzetteln und sich von ihm absetzen. Dagegen hat Putin sich am Sonntagabend mit diesem eigentümlichen Verpflichtungsritual abgesichert, sodass klar ist: Die Ukraine-Politik tragen alle in seine Umfeld bedingungslos mit." (H. Münkler in der ZEIT)

 

 

Schweiz. Ist das nicht süß? "Aufs Schärfste ..." :-)

Die Schweiz friert keine Konten von russischen Amtsträgern ein, die in der EU mit Sanktionen belegt worden sind. Das beschloss die Regierung am heutigen Donnerstag. Stattdessen werde sie "Maßnahmen verschärfen", damit die Schweiz nicht als Umgehungsplattform für die Sanktionen benutzt werden könne. Bundespräsident und Außenminister Ignazio Cassis verwies zur Erklärung auf die Neutralität der Schweiz. Er verurteilte den russischen Einmarsch in der Ukraine gleichzeitig "aufs Schärfste".

22. Februar

Die neuen "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk sind keineswegs vollständig in der Hand der Rebellen und der russischen Untergrundarmee. Es gibt Gebiete, die von der Ukraine kontrolliert werden. Ergo: Es muss geschossen werden ... Dem formalen Akt der "Anerkennung" dieser ukrainischen Teilgebiete als souveräne Nationen folgt die russische Eroberung. Nun auch Krieg im herkömmlichen Sinne (der modern-hybride Krieg hat ja schon lange begonnen): Panzer, Artillerie, Soldaten in Uniform. - Tote.

"1984" lebt:

"Russland bleibe keine andere Wahl, sagte Pankow. Die ukrainische Führung habe den "Weg der Gewalt und des Blutvergießens" eingeschlagen, sagte Pankow. Die Menschen in den Separatistengebieten müssten geschützt werden. Russland werde die territoriale Integrität der beiden Provinzen schützen und sie gegen Aggression von außen verteidigen."

ZEIT

21. Februar

Gestern Wagenknecht bei Anne Will. Oh diese Putin-Versteher. Ihr Problem ist, dass sie sich offenbar die Welt nur in Blöcken und nicht in Nationen denken können. Kann es denn nicht so sein, dss es erstens Länder gibt, die zweitens das westliche Lebens- und Politikmodell etwas mehr sexy finden als eine Putin gersteuerte Plutokratie, die politsche Gegner vergiften und ihre eigene Bevölkerung verarmen lässt? Wer Russland liebt, kann Putin nicht mögen.

 

"Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht sorgte am Sonntagabend im Polittalk von Anne Will mit Äußerungen über den Ukraine-Konflikt für Fassungslosigkeit. Sie beklagte eine „amerikanische Aggressivität, mit der ein russischer Einmarsch herbeigeredet“ werde. „Manchmal hat man das Gefühl, da ist der Wunsch Vater des Gedankens“, so Wagenknecht." - RND

 

Hier die Lösung: Ostukraine wird eingegliedert. Der Westen wird nicht alle Preisschilder geltend machen (wie zB f*ing NordStream2), und Putin verliert nicht sein Gesicht. Klar. Das isses. Russland sationiert Truppen in Donezk und Lubansk. Next Stop: Serbien.

19. Februar

Wie will Putin da wieder rauskommen? Das kann nicht gutgehen. Völlig dumm.

Was wir wissen

  • Russland hat an der Grenze zur Ukraine mindestens 130.000 Soldaten sowie schweres militärisches Gerät zusammengezogen. Die USA gehen davon aus, dass es mittlerweile bis zu 190.000 Soldaten sind. Das schreibt ebenfalls das Center for Strategic and International Studies in einem Bericht vom 18. Februar und rechnet auch irreguläre Kräfte hinein.
  • Der Aufmarsch zieht sich von Belarus, wo das russische Militär offiziell Übungen abhält, in einem Halbkreis bis hinunter zur Krim.
  • Teil der Mobilisierung sind mindestens vier Iskander-Bataillone, deren Raketen eine Reichweite von etwa 500 Kilometern haben.
  • In den vergangenen Tagen wurden Teile der Truppen noch näher an die Ukraine gezogen. Großbritannien und die USA gehen davon aus, dass mittlerweile etwa 50 Prozent der Truppenstärke in unmittelbarer Nähe zur Grenze stehen.
  • Die russische Marine zeigt im Schwarzen Meer eine starke Präsenz. Dort waren zuletzt mindestens 30 Kriegsschiffe aktiv, darunter sechs amphibische Landungsschiffe und mindestens ein U-Boot.
  • Die russische Marine hat große Teile der Gewässer um die annektierte Halbinsel Krim zum Sperrgebiet erklärt und droht, einlaufende Schiffe unter Beschuss zu nehmen.
  • Die Kämpfe im Donbass gehen nach Auskunft der OSZE mit zunehmender Gewalt weiter.
  • Russland hat am Samstag verschiedene Raketenmodelle getestet, darunter Cruise-Missiles und auch Langstreckenraketen, die atomar bestückt werden können.

ZEIT

17. Februar

Ich habe mich in den letzten Tagen sehr intensiv mit der Sicherheitspolitik der letzten 20 Jahre befasst und dabei etwas Verständnis für die Situation Russlands entwickelt. Besonders die Bush-Jahre mit den Kriegen in Afghanistan und Irak bei gleichzeitigem Angebot, die Ukraine und Georgien in die NATO aufnehmen zu wollen, waren nicht geeignet, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Die Tonlage beim Scholz-Besuch schien etwas Hoffnung zu machen. Aber so geht es nicht:

"Russland fordert den Abzug sämtlicher US-Soldaten aus Ost- und Mitteleuropa. Sollten die USA die Forderungen nicht erfüllen, wäre Moskau "gezwungen zu reagieren, einschließlich mit militärisch-technischen Mitteln".

ZEIT

 

In der Süddeutschen liest man:

"Nach Angaben von Beobachtern könnten "militärtechnische Maßnahmen" die Stationierung von Raketen und Soldaten, elektronische Kriegsführung und den Einsatz weltraumgestützter Waffensysteme umfassen."

16. Februar

"Bei den heutigen Gesprächen, die sachlich verlaufen sind, haben wir uns in der Sache eingehend mit bilateralen Fragen beschäftigt. Auch haben wir über die Zukunft dieser Beziehungen gesprochen. Ein besonderes Augenmerk galt besonders drängenden internationalen Fragen. Ich habe mehr als einmal gesagt, dass Deutschland zu den wichtigsten Partnern Russlands gehört. Immer wollten wir diese Zusammenarbeit zwischen unseren Staaten stärken."

Aus der Pressekonferenz von Putin und Scholz. Dieses Zitat stammt von P. - beide reden sehr offen, P. sehr gescheit ... Sch. auch gut und kritisch (tatsächlich cool).

hier kann man die beiden Statements lesen.

ABER hier J. Fischers Einschätzung:

DIE ZEIT: Was will Putin? Mehr Einfluss oder auch mehr Land?

Fischer: Es geht Putin meines Erachtens um viel mehr als um die Ukraine, nämlich um eine Revision der europäischen Ordnung nach dem Kalten Krieg zugunsten russischer Großmacht. Dazu bedarf es aus seiner Sicht keiner Restauration der Sowjetunion, aber der Wiederherstellung einer russischen Einflusszone zuerst auf deren früherem Territorium. Dabei spielt die Ukraine aufgrund ihrer Größe, ihrer Ressourcen und ihrer Geschichte eine entscheidende Rolle. Der nächste Schritt zielt dann auf die Hegemonie im gesamten Osteuropa als Voraussetzung für die Dominanz Moskaus über das ganze Europa. Die an die USA und die Nato übersandten russischen Forderungen sprechen diesbezüglich eine klare Sprache. Wie allerdings kann man im Kreml glauben, dass der Westen auf diese Forderungen jemals einzugehen bereit ist?

... eher skeptisch.

15. Februar

Warum sind die denn so wild auf deutsche Waffen? Gibt es nicht genügend andere Länder, die gerne liefern? Mir scheint, es geht nicht um Waffen. Und der ukrainische Botschafter ist alles andere als diplomatisch. Er kommuniziert mit unserer Regierung über Schlagzeilen. Wird mal Zeit, ihm Manieren beizubringen.

Tischsitten ...
Tischsitten ...

12. Februar

Ukraine

Es ist unvorstellbar, aber nicht undenkbar: Krieg. Was völlig jedem denkbaren russischen Interesse zuwiderlaufen würde ...

 

"Ein großangelegter Angriff Moskaus auf die Ukraine wäre trotz der deutlichen rus­si­schen Luftüberlegenheit mit hohen mili­tä­rischen und politischen Risiken verbunden. Nach acht Kriegsjahren ist der natio­nale Selbstbehauptungswille der Ukrainer ge­wachsen, zumal die russlandaffinen Teile der Bevölkerung überwiegend auf der Krim und im Donbas leben. Die ukrai­nischen Streitkräfte sind kampferfahren und mora­lisch gefestigter als 2014. Der Kreml müsste daher mit hochintensiven Gefechten, Gue­rillaoperationen und großen Verlusten rech­nen. Die Frage nach der politischen Ver­antwortung für einen Krieg unter »Brudervölkern« birgt innen­politische Sprengkraft.

Außenpolitisch müsste sich die russische Füh­rung auf weltweite Isolierung, schar­fe Sanktionen und weitere Stationierung von Nato-Truppen an Russlands Grenzen gefasst machen. Mehr euro­päische Nach­barn Russ­lands würden sich bedroht sehen und Schutz in der Nato suchen. Moskau würde das Gegenteil dessen errei­chen, was es anstrebt, nämlich die eigene Sicherheit vor einem weiteren Vordringen der Nato zu schützen."

SWP-Berlin

 

 

11. Februar

10. Februar

Corona und Ampel

"FDP will Corona-Schutzmaßnahmen zum 20. März beenden - Fraktionschef Dürr sieht keine Gefahr für Gesundheitssystem." 

Ich hab da mal ne Frage: Was ist mit der Gefahr für Menschen? Gestern waren es 230 Tote ... wären so viele Wirtschaftsunternehmen betroffen, spräche man anders aus dieer Ecke.

 

 

UKRAINE:

Interessantes Interview mit Friedensforscherin:

"Auch die Kritik an der Bundesregierung kommt nicht gerade nüchtern daher. Ihr wird vorgeworfen, dass sie keine Waffen an die Ukraine liefern will, obwohl das Land militärisches Gerät von anderer Seite erhält und selbst ein Waffenexporteur ist. Worum also geht es bei den Vorwürfen tatsächlich?

Wenn die Bundesregierung auf Diplomatie und Kooperation setzt, wird ihr das als Schwäche ausgelegt. Dahinter steckt ein völlig falsches Verständnis von Deutschlands Verantwortung in der Welt und der Glaube, wenn man international mitreden will, müsse man militärische Stärke zeigen. Ich finde die Haltung der Bundesregierung sehr vernünftig und hoffe, dass sie dabei bleibt. Deren Argument, man könne nicht im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine vermitteln und gleichzeitig Waffen liefern, ist doch vollkommen richtig. Das eine torpediert das andere."

 

Grüne Atomkraft in Frankreich - die bringt es.

Sechs neue Atomkraftwerke bis 2050 bauen, also in 28 Jahren, sagt MACRON.

Die alten laufen länger .. Das ist ein Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung - und das in diesem Tempo. Mann!!! Investiert, Leute.

7. Februar

Darum geht es ...!! Ukraine, EU, NATO ... - Scholz

"Deutschland hat zu Beginn von Scholz’ Amtszeit die G7-Präsident­schaft. Der Bundeskanzler ist damit jetzt eine der zentralen Machtfiguren auf der Weltbühne. Allein in den nächsten zehn Tagen trifft er die Staats- oder Regierungs­chefs der USA, von Frankreich, Polen, Lettland, nds Ruf als Stabilitätsanker Europas verteidigen sowie zu Putin ein Verhältnis auf Augenhöhe aufbauen. Schafft er das, ist er der starke Mann Europas. Scheitert er, ist Deutschlands Ruf als Stabilitätsanker ruiniert. Eine harte Bewährungsprobe für den Bundeskanzler nur zwei Monate nach Amtsübernahme."

Kristina Dunz

 

Zum Wieler-Bashing

"...es war der Bundestag, der dem RKI die Kompetenz übertragen hatte, über den Genesenenstatus im Alleingang zu entscheiden und damit über Grundrechtseinschränkungen. Die Ampel beschwerte sich also über eine Kompetenzverschiebung, die sie selbst herbeigeführt hatte." - nicht "die" Ampel, sondern die FDP, die hier AfD-mäßig agitiert.

 

"Wann immer man meint, die FDP werde sich endlich einmal ihrer Regierungsverantwortung widmen, folgt die Ernüchterung. ... Politisch betrachtet, muss man die FPD für den armseligen Versuch bedauern, durch den Angriff auf Wieler abermals die Nähe der Impf­geg­ne­r:in­nen zu suchen – und den Ländern eine Vorlage für Alleingänge zu liefern. Markus Söder hat für Bayern trotz hoher Hospitalisierungsinzidenz massive Lockerungen angekündigt und die Impfpflicht in der Pflege gekippt. Der Ministerpräsident nennt das eine „klare Linie“, der Bundesregierung wirft er dagegen eine „wirre Debattenlage“ vor."

taz

 

 

4. Februar

Es ist kein ge­wöhn­li­cher Staats­be­such, zu dem Wla­di­mir Pu­tin nach Pe­king reist. Es ist ei­ne De­mons­tra­ti­on. Ge­mein­sam mit dem chi­ne­si­schen Staats- und Par­tei­chef Xi Jin­ping wird der rus­si­sche Prä­si­dent die Olym­pi­schen Win­ter­spie­le er­öff­nen, ge­mein­sam wer­den die bei­den Au­to­kra­ten die Ju­gend der Welt be­grü­ßen. Es sind iko­ni­sche Bil­der, die da­bei in­sze­niert wer­den, Bil­der, die rund um den Glo­bus zei­gen sol­len: Wir sind die Zu­kunft. Die al­te Ord­nung, die Ord­nung des Wes­tens, ist nicht mehr. Wir schaf­fen ei­ne neue.

Das lohnt sich zu lesen. Einer der vielen Fehler der Ära Merkel - in Zusammenarbeit mit der SPD:

Gazprom kontrolliert bis zu 25 Prozent der deutschen Speicherkapazität

Wirtschaftswoche

 

Ein sehr beunruhigendes Interview mit einem kundigen Menschen:

Putin hat am 23. Dezember gesagt, wenn der Westen diese Forderungen nicht erfüllt, und zwar buchstäblich sofort, dann wird es eine militärisch technische Antwort geben. Und diese Forderungen werden ganz offenbar nicht erfüllt. Und da ist die große Frage jetzt: Was macht Putin aus seiner Drohung?

Er kann natürlich davon Abstand nehmen und das Ganze deeskalieren. Es würde aber ein Gesichts- und Glaubwürdigkeitsverlust nach innen wie nach außen bedeuten. Jede russische Drohgebärde in der Zukunft würde als Bluff abgetan. Oder wird Putin die angekündigte militärisch-technische Antwort liefern? Für mich ist die Wahrscheinlichkeit einer militärisch-technischen Antwort, welche Formen diese auch haben wird, sehr viel wahrscheinlicher als eine Lösung auf dem Verhandlungsweg.

Redaktionsnetzwerk

Na - wenigstens dem Typen geht es gut (würg!!):

St. Petersburg. Ex-Kanzler Gerhard Schröder soll noch einen Job im russischen Gasgeschäft bekommen. Der SPD-Politiker und Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei für den Aufsichtsrat des Staatskonzerns Gazprom nominiert worden, teilte der Energieriese am Freitag in St. Petersburg mit. Die Hauptversammlung ist demnach für den 30. Juni geplant. Schröder soll anstelle von Timur Kulibajew antreten, ein Schwiegersohn des im Zuge der Unruhen vom Januar entmachteten kasachischen Ex-Präsidenten Nursultan Nasarbajew.

 

2. Februar

Firmen wie Facebook/Meta, Apple und Microsoft haben ihre Produkte immer so gestaltet, dass ihre Kundschaft in abgeschlossene digitalen Welten gezogen werden, die sie selten verlassen. Konzerne wie Google/Alphabet oder Amazon haben die Digitalisierung der realen Welt als Geschäftsmodell. So sollen sich in Zukunft nicht nur Weltwissen, der Betrieb von Datenwolken und Warenkreislauf, sondern auch Geräte vom Kühlschrank bis zum Auto in Elemente ihrer Plattformen verwandeln, die Daten, Werbeumsätze und Umsatz generieren.

sz

 

Zur Erinnerung - denn Atomenergie ist ja nun offizierll laut EU die Rettung:

Atomstrom ist teuer. Ökostrom ist billiger.

Der Neubau von Kernkraftwerken geht nicht schneller als der Aufbau eines Energiesystems, das erneuerbare Energien nutzt. Und die nukleare Strategie wäre teuer, während die Erneuerbaren gerade konkurrenzlos günstig geworden sind.

Zum Vergleich: Für den Strom aus dem Atomkraftwerk „Hinkley Point C“ hat die britische Regierung eine Preisgarantie von umgerechnet 11 Cent pro Kilowattstunde Strom gegeben. Und das über 35 Jahre. Die Einspeisevergütung für Windenergie lag 2021 bei 6,5 Cent, für Photovoltaik um die 7 Cent laut Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Laut dem World Nuclear Industry Status Report 2020 betragen die Energiekosten für die Kernenergieerzeugung momentan 15,5 Cent pro Kilowattstunde, verglichen mit 4,9 Cent für Solarenergie und 4,1 Cent für die Windkraft.

Frankreichs Präsident hat im November 2021 angekündigt, neue Kernkraftwerke und kleinere Reaktoren (SMRs) bauen zu wollen. Kurz darauf warnte der französische Rechnungshof vor unabsehbaren Kosten. Es sei unsicher, ob neue Atomkraftwerke termingerecht und zu vernünftigen Kosten gebaut werden könnten. Der Prototyp des EPR-Reaktors in Flamanville beispielsweise gehe frühestens mit elf Jahren Verzögerung 2023 ans Netz. Die Kosten seien von 3,3 auf mehr als 19 Milliarden Euro angestiegen.  In jedem Fall bestehe „ein hohes Risiko für die öffentlichen Finanzen“.

Öko-Institut

 

Wer ist Olaf Scholz? Der war doch irgendwas in der alten Regierung, oder?

30. Januar

 

Sunday, bloody sunday - 50 Jahre

 

Endlich braucht sich in den westlichen Hauptstädten niemand mehr an die Illusion zu klammern, es existiere in der Außen- und Sicherheitspolitik Europas nach wie vor eine gemeinsame Ordnungsvorstellung. Nicht dass dies ein überraschender Befund sein könnte: Seit Jahren lassen einzelne militärische Maßnahmen wie politische Äußerungen der russischen Seite nur den Schluss zu, dass Moskau zwar noch formell an der Charta von Paris festhält, ihr aber praktisch zuwiderhandelt. Diese Vereinbarung vom November 1990 garantiert – mit Zustimmung der damals noch existierenden Sowjetunion – die territoriale Integrität aller Unterzeichnerstaaten sowie ihr Recht zur freien Bündniswahl, bekräftigt das Bekenntnis zum Gewaltverzicht und erklärt »gleiche Sicherheit« für alle zum Grundprinzip der Sicherheit in Europa.

Markus Kaim, Moskau-Besuch der Außenministerin: Das Ende der Illusion


 

29. Januar

„Wir haben Grund zur Annahme – gestützt auf die offiziellen Daten zur Epidemie in Bezug auf die Anzahl der Todesfälle –, dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Weltbevölkerung Panik zu erzeugen. Auf diese Weise wollen sie der Gesellschaft dauerhaft Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung aufzwingen, die Menschen kontrollieren und ihre Bewegungen überwachen. Das Auferlegen dieser unfreiheitlichen Maßnahmen ist ein beunruhigendes Vorspiel zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht.“

das stamt von rechten Kardinälen und Erzbischöfen, Gegner des Papstes Franziskus. Ein Appell aus dem Jahre 2020 (Vigano-Appell). Verschwörung auf katholisch.

 

27. Januar

Am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz von der Roten Armee befreit.

Aus dw:

"Nach dem Wort von Primo Levi: "Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen"?

Ja. Bedauerlicherweise kann sich Geschichte wiederholen. Und wir hoffen und beten, dass so etwas wie Auschwitz nie wieder passiert. Aber wir müssen unsere Kinder entsprechend erziehen, und wir müssen entschiedener sicherstellen, dass es bei diesem "Nie wieder" bleibt. Und vergessen Sie nicht: Es ist das Schweigen der Mehrheit, dass die Minderheit in die Lage versetzt, die Welt zu zerstören."

26. Januar

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zieht auch gegen das geänderte Klimaschutzgesetz des Bundes vor Gericht. Eine entsprechende Klage sei bereits am Dienstag beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht worden, sagte Rechtsanwalt Remo Klinger am Mittwoch in Berlin. Die 164-seitige Klageschrift sei im Namen von neun Kindern und Jugendlichen formuliert worden.

Nach Überzeugung Klingers verstößt auch das geänderte Klimaschutzgesetz gegen das Grundgesetz und reicht nicht aus, um die nationalen Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten.

 

24 Januar

Wir gehen jetzt endgültig in den Blindflug.

"Es gibt derzeit nicht ausreichend PCR-Tests, um sich einen Überblick über die Pandemielage zu verschaffen; allein die Stadt Wien, so heißt es, führe täglich mehr Tests durch als ganz Deutschland."

sz

 

Ich glaube, dass diese Darstellung von Putins Weltsicht zutrifft:

"2005 sprach er von der "großen geopolitischen Katastrophe des Jahrhunderts". In den Jahren zuvor waren die Präsidenten mehrerer früherer Sowjetstaaten nach Protesten gegen Wahlbetrug und Korruption zurückgetreten, nach der "Rosenrevolution" in Georgien, der "orangefarbenen Revolution" in der Ukraine, der "Tulpenrevolution" in Kirgisistan. Moskaus Einfluss bröckelt seit Jahrzehnten. Es ist diese Entwicklung, die Putin nun aufhalten, möglichst rückgängig machen möchte.

Hinter den sogenannten "Farbrevolutionen" hat er stets die Hinterlist des Westens vermutet, der Moskau seiner Partner berauben will. Wenn Belarussen oder Kasachen ihre Machthaber loswerden wollen, tun sie das aus Sicht des Kremls nicht, weil sie sich politische Mitsprache und wirtschaftlichen Wohlstand wünschen - sondern weil der Westen sie aufgehetzt hat. Mit diesem Argument hat Putin 2020 Alexander Lukaschenko in Belarus und nun Kassym-Schomart Tokajew in Kasachstan gegen die eigene Bevölkerung verteidigt. "Wir werden keine Farbrevolutionen mehr zulassen", hat Putin gesagt. Wo der Westen freie Wahlen einfordert, faire Gerichtsprozesse, Menschenrechte, fühlt sich der Kreml in seiner Sicherheit bedroht."

sz

 

23. Januar

„Atomares Restrisiko ist jenes Risiko, das uns jeden Tag den Rest geben kann."

Professor .Wladimir Tschernousenko. Atomphysiker, in Tschernobyl verstrahlt. An Verstrahlung gestorben

21. Januar

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald erhält nach der Beschränkung des Zugangs nur für Geimpfte und Genesene E-Mails mit Hassbotschaften. Die Mitarbeiter müssten zudem drastische telefonische Beschimpfungen ertragen, heißt es in einer Mitteilung der Gedenkstätte auf ihrer Internetseite. "Die Aggressivität, die uns entgegenschlägt, zeugt von einer erschreckenden Verrohung", erklärte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner.

 

Corona-Regeln mit Nazi-Morden gleichgesetzt

Am widerlichsten sei aber die Gleichsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen mit den NS-Verbrechen. So würden Gedenkstättenmitarbeiter als "Nazis, Faschisten und neue Dr. Mengeles" beschimpft. Ungeimpfte sähen sich als "neue Juden".

mdr

 

Ferrnsehtipp: Wannseekonferenz.

"Endlösung der Judenfrage"

 

 

20. Januar

 

"Längst geht es in die­ser Schwä­che­pe­ri­ode des Wes­tens nicht mehr um die Ukrai­ne al­lein. Die Re­vol­te ge­gen die Ord­nung der Neun­zi­ger­jah­re er­fasst ganz Eu­ro­pa, das Pu­tin und die rus­si­schen Eli­ten von Ame­ri­ka be­frei­en wol­len. Es sei »ei­nem frem­den Wil­len un­ter­wor­fen«, sag­te An­fang der Wo­che im Ra­dio­sen­der »Echo Mos­kau« Kon­stan­tin Kos­sat­schow, Vi­ze­spre­cher des Fö­de­ra­ti­ons­ra­tes und ei­ner der ein­fluss­rei­chen Au­ßen­po­li­ti­ker. »Eu­ro­pa, das ist auch un­ser Kon­ti­nent, den man uns weg­neh­men will. Ge­ra­de wir sind das Vor­bild des künf­ti­gen Eu­ro­pas – ei­nes ei­ni­gen, sou­ve­rä­nen Kon­ti­nents von Lis­sa­bon bis Wla­di­wos­tok.«

Da­zu pas­sen die rus­si­schen For­de­run­gen. Ein Stopp der Na­to-Er­wei­te­rung rich­tet sich we­ni­ger ge­gen die Ukrai­ne, die kaum Aus­sich­ten auf ei­nen Bei­tritt hat. Das weiß Pu­tin. Es geht vor al­lem um die EU-Län­der Finn­land und Schwe­den oder Ös­ter­reich, die nach rus­si­scher Mei­nung nicht bei­tre­ten dür­fen. So will Pu­tin sie ame­ri­ka­ni­schem Ein­fluss ent­zie­hen und die USA all­mäh­lich als Schutz­macht des Kon­ti­nents ab­lö­sen. Die Er­fül­lung der rus­si­schen For­de­rung nach dem Rück­zug von US-Atom­waf­fen wür­de nichts an­de­res als das En­de der nu­klea­ren Schutz­ver­pflich­tung be­deu­ten."

ZEIT

 

 

 

Ich hoffe sehr, dass Gott (auch) ein Tier ist.

Bericht

19. Januar

Immer wieder muss ich daran denken, wie sehr Windräder die Gegend verschandeln. Echt!!

18. Januar

Hier, die neue grüne Energie:

Am Montag konnte sich der Kurs der Aktien des französischen Stromkonzerns EDF an der Börse auf niedrigem Niveau stabilisieren, nachdem die Kurse am Freitag sogar um mehr als 20 (!) Prozent in die Tiefe gerauscht waren.

Am späten Donnerstag hatte die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN) - wieder einmal - ein Sicherheitsproblem eingeräumt. "Die Mängel, die bei den Reaktoren der letzten Generation festgestellt wurden, sind auch bei einem anderen Reaktor in Penly in Nordfrankreich aufgetaucht", sagte die stellvertretende Leiterin des französischen Instituts für Strahlenschutz und Atomsicherheit (IRSN), Karine Herviou. ... Im Atomstromland, das nach der Abschaltung der Uraltmeiler in Fessenheim theoretisch noch immer knapp 70 Prozent seines Stroms über Atomkraft erzeugt, fallen fast ein Drittel der Atomkraftkapazität aus.

telepolis

 

 

Bernd Ulrich in der ZEIT zu SPD und Russland:

 

"In dieser dramatisch veränderten Lage stellt sich die Mehrheit der SPD-Führung als Reaktion auf den russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine schützend vor das potentiell wichtigste Druckmittel der EU – die verhängnisvolle Pipeline. Scholz erklärt sie zu einem "privatwirtschaftlichen Projekt" – so viel öffentlicher Humor hätte man ihm gar nicht zugetraut. ... "  Und jetzt ziemlich scharf beobachtet mit einer plausiblen und beunruhigenden Deutungshypothese:

"Was Putin wirklich will – eine weitere Invasion in der Ukraine, eine Aggression gegen das Baltikum, Revision der Geschichte seit 1990, also eine Sowjetunion light – das kann man nicht genau sagen, schließlich setzt er ja selbst alles daran, dass diese strategische Ungewissheit erhalten bleibt. Was man aber wissen kann, ist, was er wollen muss: Konflikt. Nur die Instabilität hält ihn stabil."

 

 

 

HassWahnsinn - Mails und Briefe an Politiker - am Beispiel Söder (aus der sz):

"Blättern in einem Konvolut des Wahnsinns. Manche haben ihre Nachrichten unter einem Decknamen verfasst, andere anonym, wieder andere schreiben unter ihrem echten Namen, den die SZ in diesen Fällen abgekürzt wiedergibt. "Du widerwärtiges ekelerregendes Stück Söderschwein", schreibt N. O. in einer Mail an Söder am 16. November 2021, das muss hier noch als harmlosere Formulierung gelten. Ein S. G. schreibt in einer Mail am 6. Dezember: "Söder!! Du kleiner dreckiger arschgefickter Hurensohn!" Mail unter dem Pseudonym "Auschwitz" am 10. Februar: "Schwab Judensau Lutscher Du bist die kaputteste Judensau Kotze Fresse aller Zeiten ich Scheiße auf Dich Juden Dumm Franke." Nennenswerten Sinn für Rechtsschreibung legen nur wenige Absender an den Tag.

Auch bei den Morddrohungen ist das nicht anders. Anonyme Mail vom 18. März: "Totgeschissenes franken jude nach Ausschwitz ins Gas." Facebook-Kommentar von M. R. vom 3. Dezember: "Abstechen muss man die Missgeburt einer Dreckigen Hure!!!" Persönliche Nachricht bei Instagram im Juli: "Du Fotze einer läufigen Hündin wirst hängen ..." Anonymer Brief vom 21. Januar: "Ey Führerschwein, dafür killen wir Dich." Mail unter dem Pseudonym "Marianne Strauss" vom 12. Dezember: "Wir werden dich ausräuchern mitsamt deiner ganzen verlausten Sippschaft und an der nächsten Laterne aufhängen!"

17. Januar

Baerbock in Kiew und Moskau. Hoffe, dass sie es gut macht. Die Lage ist so verzwickt, dass ich mir nicht im Entferntesten  eine "Lösung" denken kann. Noch nicht einmal einen Schritt in eine x-beliebige Richtung. Da uns Corona mitsamt der "Quer"-Köpfe gefangen halten, denken wir nicht an einen möglichen Krieg ... Merkel soll einmal über Putin gesagt haben, er habe den Bezug zur Realität verloren. Und irgendwann entwickeln die Dinge ihre Eigendynamik ... Denn bei Lichte besehen kann Russland keinen Krieg wollen - die russische Volkswirtschaft ist grad mal so groß wie die von NRW ... wie soll sie sich ein besetztes Land leisten können?

Das muss man auch erst einmal wissen:

"Die Lufthansa strich zu Jahresbeginn mehr als 30.000 Flüge wegen eines Einbruchs der Nachfrage. Hintergrund waren die wegen der Corona-Lage vielerorts wieder strengeren Reiseauflagen. Die Airlinegruppe hatte mitgeteilt, sie müsse dennoch rund 18.000 Flüge abheben lassen, um ihre Slots an den Flughäfen zu behalten. ... Grundsätzlich müssen die Airlines in diesem Winter an bestimmten, zu normalen Zeiten stark belasteten Flughäfen mindestens die Hälfte ihrer zugeteilten Zeitfenster nutzen, um sie nicht in der kommenden Saison abgeben zu müssen."

ZEIT

Es gibt auch gute Nachrichten. Manch einer kann nun die Besiedelung des Mars finanzieren - die Erde ist eh am Arsch.

"Die Corona-Pandemie hat die soziale Ungleichheit rund um den Globus massiv befeuert: Während sich das Vermögen der zehn reichsten Milliardäre (allesamt Männer) zwischen März 2020 und November 2021 auf 1,5 Billionen Dollar etwa verdoppelt habe, sei die Zahl der Menschen in Armut um rund 160 Millionen Menschen gestiegen, heißt es in einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam. Alle Milliardäre und Milliardärinnen zusammen vermehrten demnach ihr Vermögen stärker als in den 14 Jahren vor der Pandemie.

"Für Milliardäre gleicht die Pandemie einem Goldrausch. Regierungen haben Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, doch ein Großteil ist bei Menschen hängengeblieben, die von steigenden Aktienkursen besonders profitieren. Während ihr Vermögen so schnell wächst wie nie zuvor und Einige Ausflüge ins All unternehmen, hat die weltweite Armut drastisch zugenommen", erklärt Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland."

Quelle: dw

16. Januar

 

Typischer Dialog:

"Wir habern zum 1. Januar drei Atomkraftwerke abgeschaltet - haben Sie etwas von Stromausfall gemerkt?"

"Nein, wir haben ja Atomstrom aus Frankreich bekommen."

oder wechselweise:

"Wir haben ja Kohlestrom aus Polen bekommen".

 

Die zweite Bemerkung kommt immer dann, wenn es um die Abschaltung der deutschen Kohlekrafterke geht, die erste ist jetzt gerade "in", weil Atomkraft in der Diskussion steht. Unterstellt wird dabei stets, dass eine nachhaltige Enegergieversorgung eh nicht geht.

 

Fakt ist: z. Zt. hat Frankreich 15 Atomkraftwerke abgestellt und bezieht Strom aus Deutschand und Spanien.

Die frz. A-Werke sind alt, sie laufen schon länger als 40 Jahre. Das einzige, das neu gebaut wird, hätte schon längst in Betrieb sein müssen. Es war auf 3,3 Mrd. € veranschlagt, man ist jetzt bei ca. 19 (wenn ich mich recht erinnere).

Kein Wunder, dass Macron ein grünes Siegel haben will - Atomkraft würde dann mit 500 Mrd. unterstützt, das tut dem frz. Energieversorgungssystem gut: der Staat hält 70% der Anteile.

Was hier läuft, ist staatlische Subventionierung einer Industrie, für die es keine privaten Anleger mehr gibt. Es ist keine Lösung für das Klimaproblem - der Bau dauert zu lange (man veranschlagt für Neubauten 15 Jahre).  Und es rechnet sich ökonomisch nur, wenn die europäischen Steuerzahler es bezahlen.

 

15. Januar

aus einem Artikel in den "Blättern für deutsche und internationale Politik" - "Die Totenglocken der US-Demoratie" von Annika Brockschmidt

"Wer die aktuelle politische Situation in den USA verstehen will, muss die Denkmechanismen der religiösen Rechten, das Knäuel aus Kulturkampf, Ideologie, Apokalypse-Sehnsucht, Verschwörungsdenken und Macht entwirren. Diese Verbindungen haben dazu geführt, dass es ein Kandidat wie Trump ins Weiße Haus geschafft hat – und dass auch nach dessen Amtszeit eine straff organisierte Bewegung die demokratischen Grundprinzipien der Vereinigten Staaten systematisch untergräbt. Trump war nicht das Ende. Längst besitzen die religiösen Hardliner eine landesweite politische Infrastruktur, die eingespielt ist und schnell reagieren kann.... Das Bedürfnis nach einem stark auftretenden, rassistische Ressentiments bedienenden Anführer, der es „den Linken“ mal so richtig zeigt und die angeblich christliche Identität des Landes bewahrt, indem er klare Grenzen zwischen „wahren“ und „falschen“ Amerikanern zieht, ist auch nach Trumps Niederlage 2020 noch vorhanden, vielleicht sogar stärker denn je. Die Basis scheint noch motivierter als zuvor, der Einfluss des Trumpismus auf die Republikanische Partei ist ungebrochen – auch wenn unklar ist, wie die Zukunft Trumps selbst aussieht. Unabhängig von seiner Rolle in der Republikanischen Partei – sein Erbe, die „große Lüge“ von der gestohlenen Wahl, wird bleiben und die Basis motivieren. Das zeigte sich mustergültig im Mai 2021, als die Mehrheit der Republikaner im Kongress erneut offenbarte, dass sie sich von der Realität verabschiedet hatte. Nur 35 republikanische Mitglieder des Repräsentantenhauses und sechs republikanische Senatoren stimmten für die unabhängige Untersuchung der Attacke auf das Kapitol.[2] Das führte bei politischen Beobachterinnen und Beobachtern zu Fassungslosigkeit – wie konnten die Männer und Frauen, deren Leben Trump in Gefahr gebracht hatte, ihn nicht zur Rechenschaft ziehen? Der entscheidende Faktor hierfür war ein jahrzehntelanger Prozess der Radikalisierung."


Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, erkennt unter den Demonstranten gegen die Corona-Politik auch eine neue Szene von Staatsfeinden. ... Dabei brauchten diese Extremisten auch kein spezifisches Thema. Die Pandemie sei nur der Aufhänger: "Ob das jetzt Corona ist oder die Flüchtlingspolitik. Oder auch die Flutkatastrophe: Da hat man teilweise die gleichen Leute gesehen, die versuchten, den Eindruck zu vermitteln, der Staat versage und tue nichts für die Menschen", sagte Haldenwang....  Der Verfassungsschutzchef äußerte die Befürchtung, Extremisten des neuen Phänomenbereichs könnten sich nach dem Ende der Pandemie ein neues Thema suchen, um es für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Dies könnten beispielsweise der Klimaschutz sein. "Eine Intensivierung staatlicher Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels könnte als unrechtmäßig empfunden und abgelehnt werden."

sz

aus Telepolis - und es ist klar: Klimaschutz ist Grundbedingung für das Leben überhaupt und sogar für die Ökonomie.

 

"Starke Regenfälle verursachten in Europa Sturzfluten mit lokal verheerenden Schäden. So regnete es durch das Tiefdruckgebiet "Bernd" so stark wie sonst nur einmal in 100 Jahren. Die Folge war unter anderem die Sturzflut im Ahrtal, bei der mehr als 220 Menschen ums Leben kamen und hohe Schäden an Bahnlinien, Straßen und Brücken entstanden. Allein in der Bundesrepublik entstand durch die starken Regenfälle ein Schaden von 33 Milliarden Euro.

 

Es sind aber nicht nur die verheerenden Unwetterereignisse, die Leben und Wohlstand bedrohen. Das stellte das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer aktuellen Studie dar. "Das Wirtschaftswachstum geht zurück, wenn die Zahl der Regentage und der Tage mit extremen Regenfällen zunimmt", lautet die Kernaussage der Studie, die jetzt im Magazin Nature veröffentlicht wurde.

 

"Erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen"

Am stärksten betroffen seien dabei reiche Länder wie die USA, Japan oder Deutschland und ihre Industrie und ihr Dienstleistungssektor."

14. Januar

Heute Pressekonferenz RKI. Hinweise darauf, was "endemische Lage" bedeutet. Update durch das Virus!

 

Auch Drosten betonte die Bedeutung der Boosterimpfungen. Man wisse inzwischen, dass man diese für die Eindämmung der Omikron-Variante "wirklich" brauche. Omikron sei eine Immun-Escape-Variante; dieses veränderte Virus sei "in sich gar nicht stärker", komme aber besser vorwärts. Man könne mittlerweile aber "ein bisschen davon ausgehen, dass dieses Virus etwas besser zu kontrollieren ist", sagte Drosten.

 

Zugleich verwies er darauf, dass es auf Dauer nicht möglich sein werde, die gesamte Bevölkerung immer wieder nachzuimpfen: "Das geht nicht. Irgendwann muss dieses Virus auch in der Bevölkerung Infektionen setzen und das Virus selbst muss die Immunität der Menschen immer wieder updaten", sagte Drosten. Wegen der weiter bestehenden großen Impflücke in Deutschland sei es hierfür aber wohl noch zu früh.

Mit Blick auf den Sommer stellte der Virologe insbesondere für die ältere Bevölkerung die Notwendigkeit für eine weitere, an Omikron angepasste Auffrischungsimpfung in Aussicht. Zur möglichen Lage im nächsten Winter sagte Drosten, dass die Verbreitung des Virus abnehmen werde: "Da können wir uns drauf verlassen." "Den endemischen Zustand werden wir bis Ende des Jahres entweder erreicht haben oder wir sind praktisch da", betonte Drosten. Die Frage sei nur: "Reicht der Atem bis dahin?"

ZEIT

Sollte da wirklich ein Landwirtschaftsminister die Interessen der Bauern (nicht der Besitzer großer Landflächen) im Blick haben?

Wo kommen wir denn da hin?

Wir hatten doch bisher immer welche, die auf die Lobbyisten gehört haben!! Echt jetzt.

 

ZEIT

12. Januar

Corona sei eine bloße „Inszenierung“ mit der ein „neuer Überwachungsstaat“ errichtet werden soll, behauptet AfD-Volkstribun Björn Höcke.[3] Schon vor der Pandemie propagierte er die Errichtung einer breiten „Widerstandskoalition“ und „neue[r] ‚Querfronten‘“ gegen „das herrschende Parteienkartell“.[4] Die direktdemokratisch daherkommende Partei „Die Basis“ setzt im Protest auf wohlklingende „Schwarmintelligenz“, was aber Handfestes keineswegs ausschließt. So sieht ihr Frontmann, der Rechtsanwalt Reiner Fuellmich, auf einem Parteitag die Zeit gekommen, um die „Wahnsinnigen wieder in ihre Rattenlöcher zurückzutreiben“.[5] Gemeint sind die für die Corona-Maßnahmen Verantwortlichen, also im Zweifel alle ernstzunehmenden Politiker*innen und Medien. An selber Stelle hatte kurz zuvor der Mediziner und Basis-Politiker Wolfgang Wodarg, von 1994 bis 2009 Abgeordneter der SPD-Fraktion im Bundestag, der Politik geplanten Mord vorgeworfen. „Sie brauchen Tote, damit wir Angst haben. Und sie machen die Toten selbst“...

Blätter

11. Januar

Schon vor vielleicht zehn Jahren habe ich einmal nach "Transhumanismus" gegoogelt - eine "Denk"-Richtung, die das Menschliche ("Humanum") "überschreiten" will. Und zwar durch Technik: technisch oder biochemisch. Inzwischen schreiben meine Schüler in der Oberstufe Klausuren darüber. Aber das nur nebenbei.

Als ich "Transhumanismus" damals eingegeben habe, schlug mir Google unter den ersten Links Forschungslabore der Streitkräfte vor. Kannste mal sehen. Dazu heute in der ZEIT ein Artikel:

 

"Die Roboter kommen – das ist gerade ein weltweiter Trend in der Rüstungsindustrie. Gleich mehrere Konzerne gehen mit autonomen Waffensystemen in die Serienproduktion. Das war abzusehen."

 

10. Januar

"Wer bei mir Führung bestellt, bekommt Führung" (Scholz, SPD). Ein Satz, den er seit 2009 immer mal wieder wiederholt.

Frage nach dem Sinn des Satzes: Es geht um Führung. Sie muss offebar bestellt werden. Und wenn man sie nicht bestellt?

Dann kriegt man keine. Logisch.

 

Aber jetzt die Frage: Kann man im Ernst "Führung" nennen, wenn man sie von der Bestellung abhängig macht?

Wie dem auch sei - hier ein Ausschnitt aus einem Artikel der sz über Impfgegner im 19. und Anfang des 20 Jahrhunderts:

 

"Spätestens als der Reichstag 1874 zustimmte, die Pockenimpfung für Kinder zur Pflicht zu machen, formierte sich offener Widerstand. Diesen kann man sich ähnlich wie heute vorstellen, nur dass die Impfgegner damals besser organisiert waren: Überall im Deutschen Kaiserreich gründeten sich plötzlich Impfgegner-Vereine. Dort kamen die Skeptiker regelmäßig zusammen, sie veröffentlichten Flugblätter und sammelten Unterschriften gegen das Impfgesetz. Der Medizinhistoriker Malte Thießen hat sich intensiv mit der Geschichte des Impfens auseinandergesetzt. In seinem Buch "Immunisierte Gesellschaft" schätzt er, dass deutsche Impfgegnervereine im Jahr 1914 mehr als 300 000 Mitglieder zählten.

Die Kritiker organisierten sich auch überregional: Um sich auszutauschen und den Widerstand zu verstärken, kamen sie zu großen "Impfgegner-Kongressen" zusammen. So auch an einem Septembertag 1911. Hunderte Demonstranten zogen durch die Frankfurter Altstadt und verbreiteten ihre Parolen: Die Impfung sei Gift, sie verhindere die Selbstheilung des Körpers. Viel besser sei eine "natürliche" Immunisierung durch Bewegung und einen gesunden Lebensstil. Auch publizistisch traten die Impfverächter in Erscheinung: Am bekanntesten ist dabei die Zeitschrift Der Impfgegner. Der Herausgeber Heinrich Oidtmann verdächtigte darin den Staat, die Statistik der Pockentoten zu verfälschen, und berichtete von Ärzten, die angeblich versuchten, Todesfälle durch die Impfung zu vertuschen."

 

dazu die taz über die Demo vom Samstag in Hamburg:

Auch Heiko Schöning befeuerte zu Beginn des Protests Verschwörungserzählungen in seinem Redebeitrag. Der Mitinitiator von „Ärzte für Aufklärung“ aus Hamburg ist längst einer der Stars der Bewegung. Er bezeichnete die Pandemie als „geplante Panikmie“, sprach von mafiösen Strukturen und kriminellen Firmen, die erst Covid-19 geschaffen und nun eine weitgehende Monopolstellung bei der Impfstoffherstellung hätten. „Schwer Kriminelle“ seien das, verkündete der Arzt der Menge.

 

9. Januar

Zitat Bibel:

Wer dem Geringsten Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer. Wer sich des Armen erbarmt, ehrt Gott.“
Sprüche 14,31

 

8. Januar

 

Um mit Nietzsche zu reden: „O Ekel! Ekel Ekel!“
Seit Wochen, Monaten sterben jeden Tag hunderte Menschen an Corona. Manchmal sind es Zahlen, als würden zwei Airbusse abstürzen. Was würde man denn dann eigentlich tun?
Würde man verkünden, dass dies nicht so schlimm sei, so lange das Flughafensystem intakt bliebe? Würde man erst einmal allen Airbusse die Starerlaubnis entziehen? Würde man sie ins Werk zurückrufen?
Würden Querdenker auftauchen und behaupten, dass es nicht an den Flugzeugen liegen könne? Dass die Grünen Techniker zum Sabotieren angestiftet hätten, um a.) unsere Freiheit zu reisen zu beschränken und b.) das f*ing Klima zu retten - dabei wisse man doch, dass die eine Diktatur wollen und Frau von Storch sagt, dass es nicht das CO2, sondern die Sonne sei, die es warm werden lässt?
Im Ernst: Dass die angesichts der Sterbedaten gegen Maßnahmen demonstrieren, die Ansteckungen vermeiden sollen, ist eine menschliche Bankrotterklärung. Um mit Nietzsche zu reden: „O Ekel! Ekel Ekel!“

Tagesspiegel
Tagesspiegel

7. Januar

Die schon gestern angezeigte Arte-Doku lässt einen Vergleich zur Situation bei uns zu. Der nachfolgende Ausschnitt aus der taz bringt ebenfalls den Vergleich: Eine seit langem bestehende rechtsradikale Subkultur hat seit 2015 bei uns Oberwasser und mischt sich mit nicht Wenigen aus der verängstigten und desorientierten Mittelschicht. Die Arte-Doku verfolgt Rechtsradikale (Proud Boys, div. Milizen) über Jahre und zeigt zu allem Entschlossene. Das gefährliche und Radikale in den USA mit denen in Europa verbindende Narrativ sei mit dem taz-Zitat umrissen:

 

"Dass diese Weltsicht in sich logisch erscheint, ist aber eben nur möglich, wenn ein tiefgehendes und in sich selbst geschlossenes Lügengewebe in hinreichend großen, sich gegenseitig bestätigenden Kreisen als unumstößliche Wahrheit akzeptiert wird.

Und ebendas eint die verschiedenen Bewegungen in verschiedenen Kontinenten und inhaltlichen Zusammenhängen. Trump hat die Wahl gewonnen, nachdem ihm vier Jahre lang ein geheim agierender „Deep State“ das Leben schwer gemacht hat; es gibt einen geheimen Plan zum Austausch der (weißen) Bevölkerung; der Chef des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, ist der Kopf eines Geheimbundes zur Errichtung einer Neuen Weltordnung; der Klimawandel hat mit CO2-Ausstoß nichts zu tun; die Corona-Impfungen dienen wahlweise zur Kontrolle oder Ausrottung der Menschheit oder bestensfalls zur Profitsteigerung der Pharmakonzerne, keinesfalls aber dem Schutz vor einer Pandemie, die vermutlich eine reine Erfindung ist; alle klassischen Medien sind regierungshörige Instrumente der Herrschaftssicherung, die Zehntausende von Impftoten verschweigen; die traditionelle Familie wird durch frühkindliche Queer-Indoktrination an den Schulen zerstört; ­Gendersternchen und Cancel Culture unterdrücken jede Dissidenz. Und so weiter." (taz)

 

Novak Djokovic, Tennisprofi, Weltrangliste 1.

Tenisspieler, Impfgegner. Sitzt in Australien im Hotel fest. Darf nicht spielen, weil nicht geimpft. In seinem Heimatland Serbien gibt es Proteste gegen die Australier. Sein Papa vergleicht ihn auch (wie einige Impfgegner sich hier einen Judenstern anheften) mit einem Juden - ein Jude namens Jesus. hmmm ... muss ein sehr reicher Jude gewesen sein, denn tennisspielender Sohnemann hat ein geschätztes Vermögen von 180 Mio. €. Naja. Wieder ein Opfer der Corona-Diktatur.

6. Januar

Als Trump 2016 gewählt wurde, hieß es, er sei bei mir ins Haus gezogen und sei ein Mitbewohner. Und tatsächlich hielt und halte ihn (inkl. Tumpismus) für ein Krisensymptom. Daher ging das, wofür er steht, mir nicht aus dem Kopf. Das Problem ist nicht Trump, sondern

a. das ökonomische System, das so einen als erfolgreichen Geschäftsmann generiert;

b. das politische System, das so eine Gestalt an die Spitze stellt;

c. das gesellschaftlich-kulturelle System, in dem so einer Gefallen findet.

An welchen Stellen ist das, was in den USA geschieht, auch für uns von Belang - auch für uns symptomatisch? - dazu Bilder

 

"Die republikanische Partei muss eine Entscheidung treffen: Wir können gegenüber unserer Verfassung loyal sein oder gegenüber Donald Trump. Aber nicht beides." Das sagte Liz Cheney kürzlich, die von der Partei so gut wie verstoßene Konservative, die sich gegen Trump und seine Lüge vom gestohlenen Wahlsieg stellt und gegen die Verharmlosung des Aufstands vor einem Jahr.

Auf allen Ebenen der republikanischen Partei haben Politikerinnen und Politiker seit einem Jahr diese Entscheidung wieder und wieder getroffen. Und zwar für Trump. Gegen die Verfassung."

ZEIT

Dazu vom Deutschlandfunk (sehr empfehlenswert)

schließlich: ARTE - die Entwicklung seit Charlottesville bis zum Sturm aufs Kapitol


Corona

 

Lauterbach hält nichts davon, Omikron "quasi als eine Durchseuchung, eine Art schmutzige Impfung" anzusehen. Er glaube, dass dies "sehr viele Menschen schwer krank hinterlassen würde".

Nach Ansicht des Gesundheitsministers ist es völlig offen, ob eine Infektion mit Omikron später vor neuen Varianten schütze. 

Phoenix hat die Reden von Harris und Biden zum heutigen Tag übertragen - Bidens Rede ab Minute 17:00. Deutliche Worte.

Und hier eine spannende Doku mit bisher ungesehenen Szenen.

 

5.Januar 2022

Telegram

Gestern mit einer Bekannten telefoniert, die Telegram benutzt. Sie fühlt sich diskriminiert, weil man als rechtsradikal gelten würde, wenn man "auf Tlegram ist". Das ist man nicht automatisch. Aber vielleicht benutzt man "Signal"? Muss man auf einem Messenger-Dienst sein, der solche Dienste bereitstellt?

 

"Nahezu jeden Tag werden in Telegram-Chatgruppen die Tötung von Personen aus Politik, Wissenschaft, Medizin, Behörden und Medien gefordert. Nach Recherchen von tagesschau.de gab es allein vom 1. November bis 31. Dezember 2021 mehr als 250 solcher Tötungsaufrufe. Verbreitet wurden die Aufrufe laut einer Mitteilung des Norddeutschen Rundfunks sowohl in geheimen als auch in offenen Chatgruppen des Messengerdienstes, oftmals sogar unter dem mutmaßlich richtigen Namen. Widerspruch habe es selbst in großen Chats mit mehr als 50.000 Mitgliedern fast nie gegeben.

Das Ergebnis der Recherche sei jedoch nur "die Spitze des Eisbergs" ...."

ZEIT

Energiewende ohne Verkehrswende

Fehlsteuerung der Europäischen Union

Ein weiterer Grund für den Mangel an elektrischen Klein- und Kleinstwagen sind die CO2-Grenzwerte der EU. Dabei gehen batterieelektrische Autos unabhängig von Größe und Gewicht mit null Gramm CO2 in die Bilanz des Herstellers ein, ein Kleinstwagen genauso wie ein zweieinhalb Tonnen schwerer SUV. Daher ist es für die Autoindustrie aus finanzieller Sicht am klügsten, margenstarke SUV zu verkaufen – einmal mit batterieelektrischem Antrieb und zugleich mit Verbrennungsmotor oder als Plug-in-Hybrid. Kleinstwagen dagegen verursachen viel Aufwand und relativ wenig Gewinn.

ZEIT

 

4. Januar 2022

Um-Welt

Abriss für Braunkohle

 

Atomkraft

und ein paar Schweine, die hier nichts zu suchen haben.

AKW in Tschechien

In Tschechien haben die Vorbereitungen für den Neubau eines oder zweier Atomreaktoren begonnen. Der staatliche Energiekonzern CEZ beantragte beim Amt für Reaktorsicherheit dazu den Ausbau des Kraftwerkstandortes Dukovany. Dort sind vier Meiler mit einer Leistung von je 500 Megawatt in Betrieb. Die beiden nun geplanten Blöcke sollen laut CEZ je 1200 Megawatt leisten. Sie würden damit ungleich größer ausfallen als die bestehenden Meiler. Der Bau der neuen Kraftwerke könnte im Jahr 2029 beginnen, die Elektrizitätserzeugung Mitte des nächsten Jahrzehnts. Das Stromangebot aus Kernenergie würde um ein Drittel wachsen.

Mensch und Macht

Der Fortschritt der Technik schafft immer neue Notwendigkeiten. Das Machen mit den Atomen - als hätte man mit dem Machen bereits die Macht über sie - macht abhängig ...

Ein sogenantes Endlager ist in Tschechien erst für 2065 als Geplantes (!) anvisiert.

People

Endlager

Wenn das letzte Kernkraftwerk in Deutschland vom Netz geht, liegen 17.000 Tonnen abgebrannte Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken in Zwischenlagern. Wohin damit?