Politisch-ökologisches Tagebuch

23. Januar

„Atomares Restrisiko ist jenes Risiko, das uns jeden Tag den Rest geben kann."

Professor .Wladimir Tschernousenko. Atomphysiker, in Tschernobyl verstrahlt. An Verstrahlung gestorben

21. Januar

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald erhält nach der Beschränkung des Zugangs nur für Geimpfte und Genesene E-Mails mit Hassbotschaften. Die Mitarbeiter müssten zudem drastische telefonische Beschimpfungen ertragen, heißt es in einer Mitteilung der Gedenkstätte auf ihrer Internetseite. "Die Aggressivität, die uns entgegenschlägt, zeugt von einer erschreckenden Verrohung", erklärte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner.

 

Corona-Regeln mit Nazi-Morden gleichgesetzt

Am widerlichsten sei aber die Gleichsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen mit den NS-Verbrechen. So würden Gedenkstättenmitarbeiter als "Nazis, Faschisten und neue Dr. Mengeles" beschimpft. Ungeimpfte sähen sich als "neue Juden".

mdr

 

Ferrnsehtipp: Wannseekonferenz.

"Endlösung der Judenfrage"

 

 

20. Januar

 

"Längst geht es in die­ser Schwä­che­pe­ri­ode des Wes­tens nicht mehr um die Ukrai­ne al­lein. Die Re­vol­te ge­gen die Ord­nung der Neun­zi­ger­jah­re er­fasst ganz Eu­ro­pa, das Pu­tin und die rus­si­schen Eli­ten von Ame­ri­ka be­frei­en wol­len. Es sei »ei­nem frem­den Wil­len un­ter­wor­fen«, sag­te An­fang der Wo­che im Ra­dio­sen­der »Echo Mos­kau« Kon­stan­tin Kos­sat­schow, Vi­ze­spre­cher des Fö­de­ra­ti­ons­ra­tes und ei­ner der ein­fluss­rei­chen Au­ßen­po­li­ti­ker. »Eu­ro­pa, das ist auch un­ser Kon­ti­nent, den man uns weg­neh­men will. Ge­ra­de wir sind das Vor­bild des künf­ti­gen Eu­ro­pas – ei­nes ei­ni­gen, sou­ve­rä­nen Kon­ti­nents von Lis­sa­bon bis Wla­di­wos­tok.«

Da­zu pas­sen die rus­si­schen For­de­run­gen. Ein Stopp der Na­to-Er­wei­te­rung rich­tet sich we­ni­ger ge­gen die Ukrai­ne, die kaum Aus­sich­ten auf ei­nen Bei­tritt hat. Das weiß Pu­tin. Es geht vor al­lem um die EU-Län­der Finn­land und Schwe­den oder Ös­ter­reich, die nach rus­si­scher Mei­nung nicht bei­tre­ten dür­fen. So will Pu­tin sie ame­ri­ka­ni­schem Ein­fluss ent­zie­hen und die USA all­mäh­lich als Schutz­macht des Kon­ti­nents ab­lö­sen. Die Er­fül­lung der rus­si­schen For­de­rung nach dem Rück­zug von US-Atom­waf­fen wür­de nichts an­de­res als das En­de der nu­klea­ren Schutz­ver­pflich­tung be­deu­ten."

ZEIT

 

 

 

Ich hoffe sehr, dass Gott (auch) ein Tier ist.

Bericht

19. Januar

Immer wieder muss ich daran denken, wie sehr Windräder die Gegend verschandeln. Echt!!

18. Januar

Hier, die neue grüne Energie:

Am Montag konnte sich der Kurs der Aktien des französischen Stromkonzerns EDF an der Börse auf niedrigem Niveau stabilisieren, nachdem die Kurse am Freitag sogar um mehr als 20 (!) Prozent in die Tiefe gerauscht waren.

Am späten Donnerstag hatte die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN) - wieder einmal - ein Sicherheitsproblem eingeräumt. "Die Mängel, die bei den Reaktoren der letzten Generation festgestellt wurden, sind auch bei einem anderen Reaktor in Penly in Nordfrankreich aufgetaucht", sagte die stellvertretende Leiterin des französischen Instituts für Strahlenschutz und Atomsicherheit (IRSN), Karine Herviou. ... Im Atomstromland, das nach der Abschaltung der Uraltmeiler in Fessenheim theoretisch noch immer knapp 70 Prozent seines Stroms über Atomkraft erzeugt, fallen fast ein Drittel der Atomkraftkapazität aus.

telepolis

 

 

Bernd Ulrich in der ZEIT zu SPD und Russland:

 

"In dieser dramatisch veränderten Lage stellt sich die Mehrheit der SPD-Führung als Reaktion auf den russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine schützend vor das potentiell wichtigste Druckmittel der EU – die verhängnisvolle Pipeline. Scholz erklärt sie zu einem "privatwirtschaftlichen Projekt" – so viel öffentlicher Humor hätte man ihm gar nicht zugetraut. ... "  Und jetzt ziemlich scharf beobachtet mit einer plausiblen und beunruhigenden Deutungshypothese:

"Was Putin wirklich will – eine weitere Invasion in der Ukraine, eine Aggression gegen das Baltikum, Revision der Geschichte seit 1990, also eine Sowjetunion light – das kann man nicht genau sagen, schließlich setzt er ja selbst alles daran, dass diese strategische Ungewissheit erhalten bleibt. Was man aber wissen kann, ist, was er wollen muss: Konflikt. Nur die Instabilität hält ihn stabil."

 

 

 

HassWahnsinn - Mails und Briefe an Politiker - am Beispiel Söder (aus der sz):

"Blättern in einem Konvolut des Wahnsinns. Manche haben ihre Nachrichten unter einem Decknamen verfasst, andere anonym, wieder andere schreiben unter ihrem echten Namen, den die SZ in diesen Fällen abgekürzt wiedergibt. "Du widerwärtiges ekelerregendes Stück Söderschwein", schreibt N. O. in einer Mail an Söder am 16. November 2021, das muss hier noch als harmlosere Formulierung gelten. Ein S. G. schreibt in einer Mail am 6. Dezember: "Söder!! Du kleiner dreckiger arschgefickter Hurensohn!" Mail unter dem Pseudonym "Auschwitz" am 10. Februar: "Schwab Judensau Lutscher Du bist die kaputteste Judensau Kotze Fresse aller Zeiten ich Scheiße auf Dich Juden Dumm Franke." Nennenswerten Sinn für Rechtsschreibung legen nur wenige Absender an den Tag.

Auch bei den Morddrohungen ist das nicht anders. Anonyme Mail vom 18. März: "Totgeschissenes franken jude nach Ausschwitz ins Gas." Facebook-Kommentar von M. R. vom 3. Dezember: "Abstechen muss man die Missgeburt einer Dreckigen Hure!!!" Persönliche Nachricht bei Instagram im Juli: "Du Fotze einer läufigen Hündin wirst hängen ..." Anonymer Brief vom 21. Januar: "Ey Führerschwein, dafür killen wir Dich." Mail unter dem Pseudonym "Marianne Strauss" vom 12. Dezember: "Wir werden dich ausräuchern mitsamt deiner ganzen verlausten Sippschaft und an der nächsten Laterne aufhängen!"

17. Januar

Baerbock in Kiew und Moskau. Hoffe, dass sie es gut macht. Die Lage ist so verzwickt, dass ich mir nicht im Entferntesten  eine "Lösung" denken kann. Noch nucht einmal einen Schritt in eine x-beliebige Richtung. Da uns Corona mitsamt der "Quer"-Köpfe gefangen halten, denken wir nicht an einen möglichen Krieg ... Merkel soll einmal über Putin gesagt haben, er habe den Bezug zur Realität verloren. Und irgendwann entwickeln die Dinge ihre Eigendynamik ... Denn bei Lichte besehen kann Russland keinen Krieg wollen - die russische Volkswirtschaft ist grad mal so groß wie die von NRW ... wie soll sie sich ein besetztes Land leisten können?

Das muss man auch erst einmal wissen:

"Die Lufthansa strich zu Jahresbeginn mehr als 30.000 Flüge wegen eines Einbruchs der Nachfrage. Hintergrund waren die wegen der Corona-Lage vielerorts wieder strengeren Reiseauflagen. Die Airlinegruppe hatte mitgeteilt, sie müsse dennoch rund 18.000 Flüge abheben lassen, um ihre Slots an den Flughäfen zu behalten. ... Grundsätzlich müssen die Airlines in diesem Winter an bestimmten, zu normalen Zeiten stark belasteten Flughäfen mindestens die Hälfte ihrer zugeteilten Zeitfenster nutzen, um sie nicht in der kommenden Saison abgeben zu müssen."

ZEIT

Es gibt auch gute Nachrichten. Manch einer kann nun die Besiedelung des Mars finanzieren - die Erde ist eh am Arsch.

"Die Corona-Pandemie hat die soziale Ungleichheit rund um den Globus massiv befeuert: Während sich das Vermögen der zehn reichsten Milliardäre (allesamt Männer) zwischen März 2020 und November 2021 auf 1,5 Billionen Dollar etwa verdoppelt habe, sei die Zahl der Menschen in Armut um rund 160 Millionen Menschen gestiegen, heißt es in einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam. Alle Milliardäre und Milliardärinnen zusammen vermehrten demnach ihr Vermögen stärker als in den 14 Jahren vor der Pandemie.

"Für Milliardäre gleicht die Pandemie einem Goldrausch. Regierungen haben Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, doch ein Großteil ist bei Menschen hängengeblieben, die von steigenden Aktienkursen besonders profitieren. Während ihr Vermögen so schnell wächst wie nie zuvor und Einige Ausflüge ins All unternehmen, hat die weltweite Armut drastisch zugenommen", erklärt Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland."

Quelle: dw

16. Januar

 

Typischer Dialog:

"Wir habern zum 1. Januar drei Atomkraftwerke abgeschaltet - haben Sie etwas von Stromausfall gemerkt?"

"Nein, wir haben ja Atomstrom aus Frankreich bekommen."

oder wechselweise:

"Wir haben ja Kohlestrom aus Polen bekommen".

 

Die zweite Bemerkung kommt immer dann, wenn es um die Abschaltung der deutschen Kohlekrafterke geht, die erste ist jetzt gerade "in", weil Atomkraft in der Diskussion steht. Unterstellt wird dabei stets, dass eine nachhaltige Enegergieversorgung eh nicht geht.

 

Fakt ist: z. Zt. hat Frankreich 15 Atomkraftwerke abgestellt und bezieht Strom aus Deutschand und Spanien.

Die frz. A-Werke sind alt, sie laufen schon länger als 40 Jahre. Das einzige, das neu gebaut wird, hätte schon längst in Betrieb sein müssen. Es war auf 3,3 Mrd. € veranschlagt, man ist jetzt bei ca. 19 (wenn ich mich recht erinnere).

Kein Wunder, dass Macron ein grünes Siegel haben will - Atomkraft würder dann mit 500 Mrd. unterstützt, das tut dem frz. Energieversorgungssystem gut: der Staat hält 70% der Anteile.

Was hier läuft, ist staatlische Subventionierung einer Industrie, für die es keine privaten Anleger mehr gibt. Es ist keine Lösung für das Klimaproblem - der Bau dauert zu lange (man veranschlagt für Neubauten 15 Jahre).  Und es rechnet sich ökonomisch nur, wenn die europäischen Steuerzahler es bezahlen.

 

15. Januar

aus einem Artikel in den "Blättern für deutsche und internationale Politik" - "Die Totenglocken der US-Demoratie" von Annika Brockschmidt

"Wer die aktuelle politische Situation in den USA verstehen will, muss die Denkmechanismen der religiösen Rechten, das Knäuel aus Kulturkampf, Ideologie, Apokalypse-Sehnsucht, Verschwörungsdenken und Macht entwirren. Diese Verbindungen haben dazu geführt, dass es ein Kandidat wie Trump ins Weiße Haus geschafft hat – und dass auch nach dessen Amtszeit eine straff organisierte Bewegung die demokratischen Grundprinzipien der Vereinigten Staaten systematisch untergräbt. Trump war nicht das Ende. Längst besitzen die religiösen Hardliner eine landesweite politische Infrastruktur, die eingespielt ist und schnell reagieren kann.... Das Bedürfnis nach einem stark auftretenden, rassistische Ressentiments bedienenden Anführer, der es „den Linken“ mal so richtig zeigt und die angeblich christliche Identität des Landes bewahrt, indem er klare Grenzen zwischen „wahren“ und „falschen“ Amerikanern zieht, ist auch nach Trumps Niederlage 2020 noch vorhanden, vielleicht sogar stärker denn je. Die Basis scheint noch motivierter als zuvor, der Einfluss des Trumpismus auf die Republikanische Partei ist ungebrochen – auch wenn unklar ist, wie die Zukunft Trumps selbst aussieht. Unabhängig von seiner Rolle in der Republikanischen Partei – sein Erbe, die „große Lüge“ von der gestohlenen Wahl, wird bleiben und die Basis motivieren. Das zeigte sich mustergültig im Mai 2021, als die Mehrheit der Republikaner im Kongress erneut offenbarte, dass sie sich von der Realität verabschiedet hatte. Nur 35 republikanische Mitglieder des Repräsentantenhauses und sechs republikanische Senatoren stimmten für die unabhängige Untersuchung der Attacke auf das Kapitol.[2] Das führte bei politischen Beobachterinnen und Beobachtern zu Fassungslosigkeit – wie konnten die Männer und Frauen, deren Leben Trump in Gefahr gebracht hatte, ihn nicht zur Rechenschaft ziehen? Der entscheidende Faktor hierfür war ein jahrzehntelanger Prozess der Radikalisierung."


Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, erkennt unter den Demonstranten gegen die Corona-Politik auch eine neue Szene von Staatsfeinden. ... Dabei brauchten diese Extremisten auch kein spezifisches Thema. Die Pandemie sei nur der Aufhänger: "Ob das jetzt Corona ist oder die Flüchtlingspolitik. Oder auch die Flutkatastrophe: Da hat man teilweise die gleichen Leute gesehen, die versuchten, den Eindruck zu vermitteln, der Staat versage und tue nichts für die Menschen", sagte Haldenwang....  Der Verfassungsschutzchef äußerte die Befürchtung, Extremisten des neuen Phänomenbereichs könnten sich nach dem Ende der Pandemie ein neues Thema suchen, um es für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Dies könnten beispielsweise der Klimaschutz sein. "Eine Intensivierung staatlicher Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels könnte als unrechtmäßig empfunden und abgelehnt werden."

sz

aus Telepolis - und es ist klar: Klimaschutz ist Grundbedingung für das Leben überhaupt und sogar für die Ökonomie.

 

"Starke Regenfälle verursachten in Europa Sturzfluten mit lokal verheerenden Schäden. So regnete es durch das Tiefdruckgebiet "Bernd" so stark wie sonst nur einmal in 100 Jahren. Die Folge war unter anderem die Sturzflut im Ahrtal, bei der mehr als 220 Menschen ums Leben kamen und hohe Schäden an Bahnlinien, Straßen und Brücken entstanden. Allein in der Bundesrepublik entstand durch die starken Regenfälle ein Schaden von 33 Milliarden Euro.

 

Es sind aber nicht nur die verheerenden Unwetterereignisse, die Leben und Wohlstand bedrohen. Das stellte das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer aktuellen Studie dar. "Das Wirtschaftswachstum geht zurück, wenn die Zahl der Regentage und der Tage mit extremen Regenfällen zunimmt", lautet die Kernaussage der Studie, die jetzt im Magazin Nature veröffentlicht wurde.

 

"Erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen"

Am stärksten betroffen seien dabei reiche Länder wie die USA, Japan oder Deutschland und ihre Industrie und ihr Dienstleistungssektor."

14. Januar

Heute Pressekonferenz RKI. Hinweise darauf, was "endemische Lage" bedeutet. Update durch das Virus!

 

Auch Drosten betonte die Bedeutung der Boosterimpfungen. Man wisse inzwischen, dass man diese für die Eindämmung der Omikron-Variante "wirklich" brauche. Omikron sei eine Immun-Escape-Variante; dieses veränderte Virus sei "in sich gar nicht stärker", komme aber besser vorwärts. Man könne mittlerweile aber "ein bisschen davon ausgehen, dass dieses Virus etwas besser zu kontrollieren ist", sagte Drosten.

 

Zugleich verwies er darauf, dass es auf Dauer nicht möglich sein werde, die gesamte Bevölkerung immer wieder nachzuimpfen: "Das geht nicht. Irgendwann muss dieses Virus auch in der Bevölkerung Infektionen setzen und das Virus selbst muss die Immunität der Menschen immer wieder updaten", sagte Drosten. Wegen der weiter bestehenden großen Impflücke in Deutschland sei es hierfür aber wohl noch zu früh.

Mit Blick auf den Sommer stellte der Virologe insbesondere für die ältere Bevölkerung die Notwendigkeit für eine weitere, an Omikron angepasste Auffrischungsimpfung in Aussicht. Zur möglichen Lage im nächsten Winter sagte Drosten, dass die Verbreitung des Virus abnehmen werde: "Da können wir uns drauf verlassen." "Den endemischen Zustand werden wir bis Ende des Jahres entweder erreicht haben oder wir sind praktisch da", betonte Drosten. Die Frage sei nur: "Reicht der Atem bis dahin?"

ZEIT

Sollte da wirklich ein Landwirtschaftsminister die Interessen der Bauern (nicht der Besitzer großer Landflächen) im Blick haben?

Wo kommen wir denn da hin?

Wir hatten doch bisher immer welche, die auf die Lobbyisten gehört haben!! Echt jetzt.

 

ZEIT

12. Januar

Corona sei eine bloße „Inszenierung“ mit der ein „neuer Überwachungsstaat“ errichtet werden soll, behauptet AfD-Volkstribun Björn Höcke.[3] Schon vor der Pandemie propagierte er die Errichtung einer breiten „Widerstandskoalition“ und „neue[r] ‚Querfronten‘“ gegen „das herrschende Parteienkartell“.[4] Die direktdemokratisch daherkommende Partei „Die Basis“ setzt im Protest auf wohlklingende „Schwarmintelligenz“, was aber Handfestes keineswegs ausschließt. So sieht ihr Frontmann, der Rechtsanwalt Reiner Fuellmich, auf einem Parteitag die Zeit gekommen, um die „Wahnsinnigen wieder in ihre Rattenlöcher zurückzutreiben“.[5] Gemeint sind die für die Corona-Maßnahmen Verantwortlichen, also im Zweifel alle ernstzunehmenden Politiker*innen und Medien. An selber Stelle hatte kurz zuvor der Mediziner und Basis-Politiker Wolfgang Wodarg, von 1994 bis 2009 Abgeordneter der SPD-Fraktion im Bundestag, der Politik geplanten Mord vorgeworfen. „Sie brauchen Tote, damit wir Angst haben. Und sie machen die Toten selbst“...

Blätter

11. Januar

Schon vor vielleicht zehn Jahren habe ich einmal nach "Transhumanismus" gegoogelt - eine "Denk"-Richtung, die das Menschliche ("Humanum") "überschreiten" will. Und zwar durch Technik: technisch oder biochemisch. Inzwischen schreiben meine Schüler in der Oberstufe Klausuren darüber. Aber das nur nebenbei.

Als ich "Transhumanismus" damals eingegeben habe, schlug mir Google unter den ersten Links Forschungslabore der Streitkräfte vor. Kannste mal sehen. Dazu heute in der ZEIT ein Artikel:

 

"Die Roboter kommen – das ist gerade ein weltweiter Trend in der Rüstungsindustrie. Gleich mehrere Konzerne gehen mit autonomen Waffensystemen in die Serienproduktion. Das war abzusehen."

 

10. Januar

"Wer bei mir Führung bestellt, bekommt Führung" (Scholz, SPD). Ein Satz, den er seit 2009 immer mal wieder wiederholt.

Frage nach dem Sinn des Satzes: Es geht um Führung. Sie muss offebar bestellt werden. Und wenn man sie nicht bestellt?

Dann kriegt man keine. Logisch.

 

Aber jetzt die Frage: Kann man im Ernst "Führung" nennen, wenn man sie von der Bestellung abhängig macht?

Wie dem auch sei - hier ein Ausschnitt aus einem Artikel der sz über Impfgegner im 19. und Anfang des 20 Jahrhunderts:

 

"Spätestens als der Reichstag 1874 zustimmte, die Pockenimpfung für Kinder zur Pflicht zu machen, formierte sich offener Widerstand. Diesen kann man sich ähnlich wie heute vorstellen, nur dass die Impfgegner damals besser organisiert waren: Überall im Deutschen Kaiserreich gründeten sich plötzlich Impfgegner-Vereine. Dort kamen die Skeptiker regelmäßig zusammen, sie veröffentlichten Flugblätter und sammelten Unterschriften gegen das Impfgesetz. Der Medizinhistoriker Malte Thießen hat sich intensiv mit der Geschichte des Impfens auseinandergesetzt. In seinem Buch "Immunisierte Gesellschaft" schätzt er, dass deutsche Impfgegnervereine im Jahr 1914 mehr als 300 000 Mitglieder zählten.

Die Kritiker organisierten sich auch überregional: Um sich auszutauschen und den Widerstand zu verstärken, kamen sie zu großen "Impfgegner-Kongressen" zusammen. So auch an einem Septembertag 1911. Hunderte Demonstranten zogen durch die Frankfurter Altstadt und verbreiteten ihre Parolen: Die Impfung sei Gift, sie verhindere die Selbstheilung des Körpers. Viel besser sei eine "natürliche" Immunisierung durch Bewegung und einen gesunden Lebensstil. Auch publizistisch traten die Impfverächter in Erscheinung: Am bekanntesten ist dabei die Zeitschrift Der Impfgegner. Der Herausgeber Heinrich Oidtmann verdächtigte darin den Staat, die Statistik der Pockentoten zu verfälschen, und berichtete von Ärzten, die angeblich versuchten, Todesfälle durch die Impfung zu vertuschen."

 

dazu die taz über die Demo vom Samstag in Hamburg:

Auch Heiko Schöning befeuerte zu Beginn des Protests Verschwörungserzählungen in seinem Redebeitrag. Der Mitinitiator von „Ärzte für Aufklärung“ aus Hamburg ist längst einer der Stars der Bewegung. Er bezeichnete die Pandemie als „geplante Panikmie“, sprach von mafiösen Strukturen und kriminellen Firmen, die erst Covid-19 geschaffen und nun eine weitgehende Monopolstellung bei der Impfstoffherstellung hätten. „Schwer Kriminelle“ seien das, verkündete der Arzt der Menge.

 

9. Januar

Zitat Bibel:

Wer dem Geringsten Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer. Wer sich des Armen erbarmt, ehrt Gott.“
Sprüche 14,31

 

8. Januar

 

Um mit Nietzsche zu reden: „O Ekel! Ekel Ekel!“
Seit Wochen, Monaten sterben jeden Tag hunderte Menschen an Corona. Manchmal sind es Zahlen, als würden zwei Airbusse abstürzen. Was würde man denn dann eigentlich tun?
Würde man verkünden, dass dies nicht so schlimm sei, so lange das Flughafensystem intakt bliebe? Würde man erst einmal allen Airbusse die Starerlaubnis entziehen? Würde man sie ins Werk zurückrufen?
Würden Querdenker auftauchen und behaupten, dass es nicht an den Flugzeugen liegen könne? Dass die Grünen Techniker zum Sabotieren angestiftet hätten, um a.) unsere Freiheit zu reisen zu beschränken und b.) das f*ing Klima zu retten - dabei wisse man doch, dass die eine Diktatur wollen und Frau von Storch sagt, dass es nicht das CO2, sondern die Sonne sei, die es warm werden lässt?
Im Ernst: Dass die angesichts der Sterbedaten gegen Maßnahmen demonstrieren, die Ansteckungen vermeiden sollen, ist eine menschliche Bankrotterklärung. Um mit Nietzsche zu reden: „O Ekel! Ekel Ekel!“

Tagesspiegel
Tagesspiegel

7. Januar

Die schon gestern angezeigte Arte-Doku lässt einen Vergleich zur Situation bei uns zu. Der nachfolgende Ausschnitt aus der taz bringt ebenfalls den Vergleich: Eine seit langem bestehende rechtsradikale Subkultur hat seit 2015 bei uns Oberwasser und mischt sich mit nicht Wenigen aus der verängstigten und desorientierten Mittelschicht. Die Arte-Doku verfolgt Rechtsradikale (Proud Boys, div. Milizen) über Jahre und zeigt zu allem Entschlossene. Das gefährliche und Radikale in den USA mit denen in Europa verbindende Narrativ sei mit dem taz-Zitat umrissen:

 

"Dass diese Weltsicht in sich logisch erscheint, ist aber eben nur möglich, wenn ein tiefgehendes und in sich selbst geschlossenes Lügengewebe in hinreichend großen, sich gegenseitig bestätigenden Kreisen als unumstößliche Wahrheit akzeptiert wird.

Und ebendas eint die verschiedenen Bewegungen in verschiedenen Kontinenten und inhaltlichen Zusammenhängen. Trump hat die Wahl gewonnen, nachdem ihm vier Jahre lang ein geheim agierender „Deep State“ das Leben schwer gemacht hat; es gibt einen geheimen Plan zum Austausch der (weißen) Bevölkerung; der Chef des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, ist der Kopf eines Geheimbundes zur Errichtung einer Neuen Weltordnung; der Klimawandel hat mit CO2-Ausstoß nichts zu tun; die Corona-Impfungen dienen wahlweise zur Kontrolle oder Ausrottung der Menschheit oder bestensfalls zur Profitsteigerung der Pharmakonzerne, keinesfalls aber dem Schutz vor einer Pandemie, die vermutlich eine reine Erfindung ist; alle klassischen Medien sind regierungshörige Instrumente der Herrschaftssicherung, die Zehntausende von Impftoten verschweigen; die traditionelle Familie wird durch frühkindliche Queer-Indoktrination an den Schulen zerstört; ­Gendersternchen und Cancel Culture unterdrücken jede Dissidenz. Und so weiter." (taz)

 

Novak Djokovic, Tennisprofi, Weltrangliste 1.

Tenisspieler, Impfgegner. Sitzt in Australien im Hotel fest. Darf nicht spielen, weil nicht geimpft. In seinem Heimatland Serbien gibt es Proteste gegen die Australier. Sein Papa vergleicht ihn auch (wie einige Impfgegner sich hier einen Judenstern anheften) mit einem Juden - ein Jude namens Jesus. hmmm ... muss ein sehr reicher Jude gewesen sein, denn tennisspielender Sohnemann hat ein geschätztes Vermögen von 180 Mio. €. Naja. Wieder ein Opfer der Corona-Diktatur.

6. Januar

Als Trump 2016 gewählt wurde, hieß es, er sei bei mir ins Haus gezogen und sei ein Mitbewohner. Und tatsächlich hielt und halte ihn (inkl. Tumpismus) für ein Krisensymptom. Daher ging das, wofür er steht, mir nicht aus dem Kopf. Das Problem ist nicht Trump, sondern

a. das ökonomische System, das so einen als erfolgreichen Geschäftsmann generiert;

b. das politische System, das so eine Gestalt an die Spitze stellt;

c. das gesellschaftlich-kulturelle System, in dem so einer Gefallen findet.

An welchen Stellen ist das, was in den USA geschieht, auch für uns von Belang - auch für uns symptomatisch? - dazu Bilder

 

"Die republikanische Partei muss eine Entscheidung treffen: Wir können gegenüber unserer Verfassung loyal sein oder gegenüber Donald Trump. Aber nicht beides." Das sagte Liz Cheney kürzlich, die von der Partei so gut wie verstoßene Konservative, die sich gegen Trump und seine Lüge vom gestohlenen Wahlsieg stellt und gegen die Verharmlosung des Aufstands vor einem Jahr.

Auf allen Ebenen der republikanischen Partei haben Politikerinnen und Politiker seit einem Jahr diese Entscheidung wieder und wieder getroffen. Und zwar für Trump. Gegen die Verfassung."

ZEIT

Dazu vom Deutschlandfunk (sehr empfehlenswert)

schließlich: ARTE - die Entwicklung seit Charlottesville bis zum Sturm aufs Kapitol


Corona

 

Lauterbach hält nichts davon, Omikron "quasi als eine Durchseuchung, eine Art schmutzige Impfung" anzusehen. Er glaube, dass dies "sehr viele Menschen schwer krank hinterlassen würde".

Nach Ansicht des Gesundheitsministers ist es völlig offen, ob eine Infektion mit Omikron später vor neuen Varianten schütze. 

Phoenix hat die Reden von Harris und Biden zum heutigen Tag übertragen - Bidens Rede ab Minute 17:00. Deutliche Worte.

Und hier eine spannende Doku mit bisher ungesehenen Szenen.

 

5.Januar 2022

Telegram

Gestern mit einer Bekannten telefoniert, die Telegram benutzt. Sie fühlt sich diskriminiert, weil man als rechtsradikal gelten würde, wenn man "auf Tlegram ist". Das ist man nicht automatisch. Aber vielleicht benutzt man "Signal"? Muss man auf einem Messenger-Dienst sein, der solche Dienste bereitstellt?

 

"Nahezu jeden Tag werden in Telegram-Chatgruppen die Tötung von Personen aus Politik, Wissenschaft, Medizin, Behörden und Medien gefordert. Nach Recherchen von tagesschau.de gab es allein vom 1. November bis 31. Dezember 2021 mehr als 250 solcher Tötungsaufrufe. Verbreitet wurden die Aufrufe laut einer Mitteilung des Norddeutschen Rundfunks sowohl in geheimen als auch in offenen Chatgruppen des Messengerdienstes, oftmals sogar unter dem mutmaßlich richtigen Namen. Widerspruch habe es selbst in großen Chats mit mehr als 50.000 Mitgliedern fast nie gegeben.

Das Ergebnis der Recherche sei jedoch nur "die Spitze des Eisbergs" ...."

ZEIT

Energiewende ohne Verkehrswende

Fehlsteuerung der Europäischen Union

Ein weiterer Grund für den Mangel an elektrischen Klein- und Kleinstwagen sind die CO2-Grenzwerte der EU. Dabei gehen batterieelektrische Autos unabhängig von Größe und Gewicht mit null Gramm CO2 in die Bilanz des Herstellers ein, ein Kleinstwagen genauso wie ein zweieinhalb Tonnen schwerer SUV. Daher ist es für die Autoindustrie aus finanzieller Sicht am klügsten, margenstarke SUV zu verkaufen – einmal mit batterieelektrischem Antrieb und zugleich mit Verbrennungsmotor oder als Plug-in-Hybrid. Kleinstwagen dagegen verursachen viel Aufwand und relativ wenig Gewinn.

ZEIT

 

4. Januar 2022

Um-Welt

Abriss für Braunkohle

 

Atomkraft

und ein paar Schweine, die hier nichts zu suchen haben.

AKW in Tschechien

In Tschechien haben die Vorbereitungen für den Neubau eines oder zweier Atomreaktoren begonnen. Der staatliche Energiekonzern CEZ beantragte beim Amt für Reaktorsicherheit dazu den Ausbau des Kraftwerkstandortes Dukovany. Dort sind vier Meiler mit einer Leistung von je 500 Megawatt in Betrieb. Die beiden nun geplanten Blöcke sollen laut CEZ je 1200 Megawatt leisten. Sie würden damit ungleich größer ausfallen als die bestehenden Meiler. Der Bau der neuen Kraftwerke könnte im Jahr 2029 beginnen, die Elektrizitätserzeugung Mitte des nächsten Jahrzehnts. Das Stromangebot aus Kernenergie würde um ein Drittel wachsen.

Mensch und Macht

Der Fortschritt der Technik schafft immer neue Notwendigkeiten. Das Machen mit den Atomen - als hätte man mit dem Machen bereits die Macht über sie - macht abhängig ...

Ein sogenantes Endlager ist in Tschechien erst für 2065 als Geplantes (!) anvisiert.

People

Endlager

Wenn das letzte Kernkraftwerk in Deutschland vom Netz geht, liegen 17.000 Tonnen abgebrannte Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken in Zwischenlagern. Wohin damit?