Aphorismen - Worte, die begegnen

Warum hat Gott die Welt "erschaffen"?

"Er wollte Andere als Mitliebende haben."

Johannes Duns Scotus (1265-1308)

 

"Der Patriotismus des Deutschen besteht darin, dass sein Herz enger wird, dass es sich zusammenzieht wie Leder in der Kälte, dass er das Fremdländische hasst, dass er nicht Weltbürger, nicht Europäer, sondern nur ein enger Deutscher sein will."

Heinrich Heine

 

Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.

Nietzsche

 

"Mit zunehmender Erkenntnis

werden die Tiere den Menschen

immer näher sein.

Wenn sie dann wieder so nahe sind

wie in den ältesten Mythen,

wird es kaum mehr Tiere geben."

Elias Canetti

 

 

"Theologie ist die Rede von Gott. Jüdische Theologie ist die Rede vom redenden Gott."

Schalom Ben-Chorin

 

"Das wahre Begehren ist dasjenige, das durch das Begehrte nicht befriedigt,

sondern vertieft wird. Es ist Güte."

Emanuel Levinas

 

"Man glaubt nicht, wieviel man glauben muss, um ungläubig zu sein."

Leszek Kolakowski

 

"Alle Dinge entwachsen dem Nichts und ragen bis in das Unendliche."

Blaise Pascal

 

"Eine der wenigen philosophisch stichhaltigen Positionen ist die der Auflehnung.

Sie  ist der Anspruch auf eine unmögliche Transzendenz."

Albert Camus

„Keine Forschung reicht heute in die Hölle hinab, in der die Deformationen geprägt werden, die später als Fröhlichkeit, Aufgeschlossenheit, Umgänglichkeit, als gelungene Einpassung ins Unvermeidliche und als vergrübelt praktischer Sinn zutage kommen."

Th. W. Adorno

"Wer behauptet, er interessiere sich nicht für Privatsphäre, weil er nichts zu verbergen habe, verhält sich genau wie jemand, der sagt,

Meinungsfreiheit sei ihm egal, weil er nichts zu sagen hat."

Edward Snowden

 

"Nichts ist gefährlicher als eine Idee, wenn man nur eine hat.“

Émile Chartier

"Das Intime zwischen Menschen ist Nachsicht, Duldung, Zuflucht für Eigenheiten."

Theodor W. Adorno

"Jeder neue Morgen ist ein neuer Anfang unseres Lebens. Jeder Tag ist ein abgeschlossenes Ganzes. Der heutige Tag ist die Grenze unseres Sorgens und Mühens (Matth. 6,34; Jak 4,14). Er ist lang genug, um Gott zu finden oder zu verlieren,

um Glauben zu halten oder in Sünde und Schande zu fallen.

Darum schuf Gott Tag und Nacht, damit wir nicht im Grenzenlosen wanderten,

sondern am Morgen schon das Ziel des Abends vor uns sähen.

Wie die alte Sonne doch täglich neu aufgeht, so ist auch die ewige Barmherzigkeit Gottes alle Morgen neu (Klagl. 3,23). Die alte Treue Gottes allmorgendlich neu zu fassen, mitten in einem Leben mit Gott täglich ein neues Leben mit ihm beginnen zu dürfen,

das ist das Geschenk, das Gott uns mit jedem Morgen macht."

Dietrich Bonhoeffer

Es gibt sieben Tröstungen der Seele: das Beten, das Weinen, das Erkennen,

das Gespräch, das Schlafen, das Baden und die Freude.

Thomas von Aquin

„Eine Generation wird auch daran gemessen, was sie ihren Kindern und Enkeln hinterlässt – eine Welt voller Scherben oder eine Welt, in der sie atmen, das Wasser trinken und die Früchte der Erde ohne Furcht essen können: eine Welt, in der man weiß, was Recht und Unrecht ist und in der man den Namen Gottes kennt. Vieles ist verzeihlich.

Unverzeihlich ist, dass wir unseren Nachkommen nicht mehr hinterlassen als die Leere unseres eigenen Geistes und die Trümmer unseres gewaltsamen Umgangs mit der Welt.“

Fulbert Steffensky

"Die Zeit ist die Geduld Gottes, der um unsere Liebe bettelt."

Simone Weil

Denn tatsächlich leben wir in einer Übergangszeit,

und es formt sich gegenwärtig eine Zukunft, die sich noch nicht fassen lässt.

Martín Caparrós


Hass ist die Rache des Feiglings dafür, daß er eingeschüchtert ist.

George Bernard Shaw

"Vielleicht ist das Problem des Islams weniger die Tradition als vielmehr der fast schon vollständige Bruch mit dieser Tradition, der Verlust des kulturellen Gedächtnisses,

seine zivilisatorische Amnesie."

Navid Kermani

DIE LETZTE EPIPHANIE


Ich hatte dies Land in mein Herz genommen.
Ich habe ihm Boten um Boten gesandt.
In vielen Gestalten bin ich gekommen.
Ihr aber habt mich in keiner erkannt.


Ich klopfte bei Nacht, ein bleicher Hebräer,
ein Flüchtling, gejagt, mit zerrissenen Schuh'n.
Ihr riefet dem Schergen, ihr winktet dem Späher
und meintet noch, Gott einen Dienst zu tun.


Ich kam als zitternde, geistgeschwächte
Greisin mit stummem Angstgeschrei.
Ihr aber spracht vom Zukunftsgeschlechte,
und nur meine Asche gabt ihr frei.


Verwaister Knabe auf östlichen Flächen,
ich fiel euch zu Füßen und flehte um Brot.
Ihr aber scheutet ein künftiges Rächen,
ihr zucktet die Achseln und gabt mir den Tod.


Ich kam als Gefangner, als Tagelöhner,
verschleppt und verkauft, von der Peitsche zerfetzt.
Ihr wandtet den Blick von dem struppigen Fröner.
Nun komm ich als Richter. Erkennt ihr mich jetzt?

(Werner Bergengruen)

„Begegnung ohne Betroffen-Werden ist Imperialismus.”
Emmanuel Levinas

„Jeder Affekt trägt den Totalitätsanspruch in sich, allein zu herrschen”
Robert Musil

 

„Ihr „Ich” ist ein sehr flüssiges Konzept!”
Will Smith in The Date Doctor

 

„Man hält seine Lieblingsmaske für das eigene Gesicht.”
M. Trowitzsch

 

„Die Philosophie ist aus Opposition gegen die Meinung entstanden.”
Emmanuel Levinas

„Man hört heute oft, Erziehung habe die Aufgabe, junge Menschen zu lehren, ihre Interessen zu vertreten. Es gibt aber eine sehr viel grundlegendere Aufgabe, nämlich die,

Menschen zu lehren, Interessen zu haben, sich für etwas zu interessieren.”
Robert Spaemann

"Glück: dumm sein und Arbeit haben."

Gottfried Benn

"Die Menschheit ist heute in Gefahr, durch ihre Wissenschaft

von der Natur den Bereich der Natur,

von dem sie lebt und der ihrem Zugriff ausgesetzt ist, zu zerstören.

Eine Erkenntnis, die sich dadurch bezeugt, dass sie das,

was erkannt werden soll, vernichtet, kann nicht wahr sein."

Georg Picht

"Die Vernunft stellt einen Versuch dar, mich an meinem Ort

zu einem Vertreter der Wahrheit

und im Handeln zu einem Vertreter des Rechten

zu machen."

Thomas Nagel

Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.

Friedrich Nietzsche

"Der Mensch soll sich nicht alles gefallen lassen - von sich selbst. Seine Angst muss man manchmal auslachen."

Victor E. Frankl

"Heute wird alles zählbar gemacht, um es in die Sprache der Leistung und Effizienz umzuwandeln zu können.

So hört heute alles, was nicht zählbar ist, auf zu sein."

Byung- Chul Han

„Wenn sie einen Neo-Nazi sehen, reden sie mit ihm! Sagen Sie:„Na, du Arschloch!” - auf Argumente hören die!”
Hagen Rether

"Wo ist bei all den Informationen das Wissen geblieben?"

T.S. Elliott (1934 !!)

„Vielleicht wird die wahre Gesellschaft der Entfaltung überdrüssig und lässt aus Freiheit Möglichkeiten ungenutzt,

anstatt unter irrem Zwang auf fremde Sterne einzustürmen.”
Theodor W. Adorno

„Die menschliche Wirklichkeit, die ja eben durch das, was Menschen tun, zustande kommt, spricht dagegen,

dass Gott in seinem Evangelium Recht hat! Die Sprache der Tatsachen widerspricht der Sprache des Evangeliums.”
Hinrich Stoevesandt

„Die Wissenschaft denkt nicht.”
M. Heidegger

„Ich kann nicht zugeben, dass es eine christliche … Aufgabe wäre, mit theologischer Begründung auch noch einmal zu sagen,

was jeder Bürger ohnehin täglich kopfnickend auch in seiner Zeitung lesen kann …

Nein, wenn die Kirche bekennt, dann geht sie in Furcht und Zittern gegen den Strom und nicht mit ihm.”
Karl Barth, 1948

„Die antiken Politiker sprachen ohne Unterlass von den Sitten und der Tugend, die unseren sprechen nur vom Handel und vom Geld.”
Jean-Jaques Rousseau

„Hoffnung ist das Wissen um kommende Atemzüge....”
Elias Canetti

„Begegnung ohne Betroffen-Werden ist Imperialismus.”
Emmanuel Levinas

„Viel mehr als Ziele braucht man vor sich, um leben zu können, ein Gesicht.”
Elias Canetti

Zu lang ist alles Göttliche dienstbar schon
Und alle Himmelskräfte verscherzt, verbraucht
Die Gütigen, zur Lust, danklos, ein
Schlaues Geschlecht und zu kennen wähnt es
Hölderlin, Dichterberuf

„Erst die Piraten, dann die Militärs, jetzt die Wissenschaftler.”
Gottfried Benn